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Berater: 175 Millionen Euro: Bundesregierung gibt mehr Geld für externe Berater aus

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 06.12.2019 Greive, Martin
Das Innen- und Verkehrsministerium beschäftigen 2018 die meisten Berater. © dpa Das Innen- und Verkehrsministerium beschäftigen 2018 die meisten Berater.

Die Bundesregierung hat 2018 erneut mehr externe Berater engagiert. Insbesondere das Innen- und Verkehrsministerium nutzten die Expertise von außen.

Die Bundesregierung hat im Jahr 2018 rund 175 Millionen Euro für externe Berater ausgegeben – rund 30 Millionen Euro mehr als noch im Jahr zuvor. Dies geht aus einem Bericht des Bundesfinanzministeriums hervor, der dem Handelsblatt vorliegt.

Das Bundesinnen– und das Bundesverkehrsministerium waren für einen Großteil der Aufträge verantwortlich. Das Innenministerium heuerte Berater im Auftragsvolumen von 80 Millionen Euro an, das Verkehrsministerium im Wert von 45,5 Millionen Euro. Insgesamt stieg die Anzahl der externen Berater der Bundesregierung gegenüber 2017 von 759 auf 834. Davon arbeiteten allein 346 für Innenminister Horst Seehofer (CSU).

Die Beschäftigung von Unternehmensberatern durch die Bundesregierung ist schon seit geraumer Zeit umstritten. Kritiker meinen, der Einkauf von Sachverstand sei zu teuer und angesichts der mehr als 20.000 Mitarbeiter in den Ministerien auch nicht notwendig. Zudem wird zu großer Einfluss auf die Regierungsarbeit befürchtet.

Auch der Bundesrechnungshof übte immer wieder Kritik, insbesondere an der Vergabepraxis. Hier sei man in der Vergangenheit immer wieder auf Defizite gestoßen, sagte Rechnungshofpräsident Kay Scheller.

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Das Innenministerium habe man insbesondere dort auf externe Berater zurückgegriffen, „wo die erforderlichen Ressourcen nicht in ausreichendem Maß im Ministerium vorhanden“ seien, heißt es in dem Bericht. „Dies trifft insbesondere auf den IT- und Digitalisierungsbereich zu, in dem der ganz überwiegende Anteil der Zahlungen ein externer Berater anfällt“, teilte das Ministerium mit.

So sei es nicht so leicht, die bereits genehmigten Stellen im Haus für IT zu besetzen, da die Fachkräfte sehr gefragt sein. „Eine für alle Fälle ausreichende Vorhaltung des erforderlichen Know-Hows in der Verwaltung wäre angesichts der vielfachen Aufgaben allerdings auch nicht unwirtschaftlich“, heißt es im Bericht.

Das Verkehrsministerium begründete seine verhältnismäßig vielen externen Berater damit, dass ein „überwiegender Anteil der Beraterleistungen auf die vom Ressort zu verantworteten Großprojekte LKW-Maut und Infrastrukturabgabe sowie die Reform der Bundesfernstraßen Verwaltung zurückzuführen“ sei.

Bei der Bundesfernstraßengesellschaft handele es sich um „eine der größten infrastrukturpolitischen Reformen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland der vergangenen Jahrzehnte.“ Zu dessen Begleitung waren aufgrund der „Komplexität und Einzigartigkeit des Reformvorhaben bei bestimmten Themen Beratungs- und Unterstützungsleistungen notwendig.“

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