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Besuch in Berlin: Aktivist Wong fordert von Deutschland mehr Härte gegen China

Handelsblatt-Logo Handelsblatt vor 5 Tagen Riecke, Torsten
Der Aktivist forderte die Bundesregierung dazu auf, die Proteste in Hongkong auch zum Gegenstand bei den Handelsgesprächen mit China zu machen. © AP Der Aktivist forderte die Bundesregierung dazu auf, die Proteste in Hongkong auch zum Gegenstand bei den Handelsgesprächen mit China zu machen.

Aktivist Joshua Wong will viel von Berlin: Der 22-Jährige verlangt ein Exportverbot von Polizeiwaffen – und mehr Unterstützung für die Hongkonger Demokratiebewegung.

Deutschland und der Westen dürften angesichts der Proteste in Hongkong „kein Auge zudrücken“. Das ist die Kernbotschaft von Joshua Wong, dem 22-jährigen Aktivisten der Hongkonger Demokratiebewegung, bei seinem Auftritt in Berlin an diesem Mittwoch.

Der Student forderte von Deutschland und anderen westlichen Ländern, keine Waffen mehr an die Polizei in der Finanzmetropole zu liefern, mit denen die Ordnungshüter nach seinen Worten „brutal“ gegen die Demonstranten vorgehen. „Taten sagen mehr als Worte“, so der Aktivist. Wong kündigte an, dass die Proteste weiter gehen würden, bis die Bevölkerung in Hongkong in freien Wahlen selbst über ihr Schicksal bestimmen könnte.

Neben dem Exportverbot von Polizeiwaffen – Wong nannte unter anderem Wasserwerfer aus deutscher Produktion – forderte der Aktivist, dass die Proteste in Hongkong auch zum Thema in den laufenden Handelsgesprächen gemacht werden sollten. „Deutschland sollte China direkt mit Menschrechtsverletzungen konfrontieren“, sagte Wong.

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Der Student befindet sich seit Montag in Berlin und traf unter anderem mit Außenminister Heiko Maas zusammen. Obwohl ein Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel nicht geplant ist, bedankte sich Wong bei der deutschen Regierungschefin, dass sie ihre Sorge über die Lage in Hongkong bei ihrer China-Reise vergangene Woche angesprochen habe. China hat indes das Treffen mit Maas scharf verurteilt. Der chinesische Botschafter in Berlin kündigte an, noch an diesem Mittwochnachmittag dazu Stellung zu nehmen.

Dass die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam den umstrittenen Gesetzentwurf für Auslieferungen nach China inzwischen zurückgezogen hatte, bezeichnete Wong als „taktische Maßnahme“, um die Lage vor Chinas Nationalfeiertag am 1. Oktober zu beruhigen.

„Hongkong ist das neue Berlin im neuen Kalten Krieg“

„Das reicht aber bei Weitem nicht aus“, betonte der Kopf der Demokratiebewegung Demosisto und forderte den chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf, die nun schon seit drei Monaten andauernde Krise in der Sonderverwaltungszone durch politische Reformen zu lösen.

Die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong wurde 1997 mit der Zusage zurück an China übergeben, dass dort in den nächsten 50 Jahren die Regel „Ein Land, zwei Systeme“ gelten sollte. Nach Meinung von Wong hält sich Peking jedoch nicht an diese Zusage und missachtet die im Hongkonger Grundgesetz garantierten politischen Freiheiten.

„Hongkong ist das neue Berlin im neuen Kalten Krieg“, sagte Wong und bezeichnete seine Heimat als „Frontstadt“ in der globalen Auseinandersetzung des Westens mit China. Er widersprach jedoch Behauptungen, wonach die Demokratiebewegung in Hongkong durch ausländische Mächte unterstützt werde.

„Die Menschen in Hongkong sind unabhängig“, sagte der Aktivist. Wong reist diese Woche weiter in die USA, wo er unter anderem mit dem republikanischen US-Senator und China-Kritiker Marco Rubio zusammentreffen will.

Mehr: Lockruf der Freiheit: Wie Unternehmen in den Sog des Hongkong-Konflikts geraten.

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