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Bizarres Gebet: Trump-Beraterin wünscht "satanischen Schwangerschaften" eine Fehlgeburt – und fühlt sich missverstanden

stern-Logo stern 28.01.2020 Miriam Khan
US-Präsident Trump und seine spirituelle und präsidentielle Beraterin Paula White © AFP/Jim Watson US-Präsident Trump und seine spirituelle und präsidentielle Beraterin Paula White

Paula White ist eine der wichtigsten Beraterinnen von Donald Trump. Sie flüstert ihm nicht nur spirituelle Glaubenssätze ein, sondern soll ihm auch Wählerstimmen der Konservativen sichern. Nun sorgt die TV-Predigerin mit einem äußert bizarren Gebet für Aufregung.

Sie ist eine von Trumps Chef-Einflüsterern: Paula White, ihres Zeichens TV-Predigerin und Präsidenten-Beraterin. Nun hat sie mit einem bizarren Gebet einen Shitstorm provoziert.

In einer im Netz übertragenen Predigt sagte White kürzlich, sie wünsche sich, dass alle "satanischen Schwangerschaften in einer Fehlgeburt enden". Die Aussage sorgte für Empörung – doch Paula White fühlt sich missverstanden.

Paula White: "merkwürdige Winde gegen unseren Präsidenten"

Ein Video der entsprechenden Szene aus ihrer Predigt kursiert seit einigen Tagen auf Twitter. Hochgeladen hat es die Organisation "Right Wing Watch", die sich nach eigenen Angaben darum bemüht, die "extreme und intolerante Agenda der Rechten aufzudecken."

Wie mehrere US-Medien, darunter die "New York Times" und der Sender CNN berichten, sprach White auf einer Veranstaltung in der "City of Destiny"-Kirche in Apopka, Florida. Der Auftritt fand demnach bereits am 5. Januar statt.

Im Verlauf der Predigt redete sich White in Rage und forderte unter anderem, dass "merkwürdige Winde, die gesandt wurden, um der Kirche zu schaden, die gegen diese Nation, unseren Präsidenten und mich gesandt wurden, ausgeschaltet werden." Dabei gestikulierte sie wild.

Nur wenige Augenblicke später rief sie dann: "Im Namen von Jesus befehlen wir allen satanischen Schwangerschaften, in einer Fehlgeburt zu enden." Und weiter: "Wir erklären, dass alles, das aus einem satanischen Mutterleib kommt, eine Fehlgeburt wird. Es soll keine Zerstörungspläne ausbilden können, keine Schadenspläne."

"Keiner sollte jemals für eine Fehlgeburt beten"

Viele Kommentatoren und Twitter-Nutzer interpretierten Whites Aussagen als geschmacklose und politisch motivierte Attacke auf Schwangere, die nicht dem Trump-Lager zuzurechnen seien. So schrieb eine Twitter-Nutzerin unter das Video von "Right Wing Watch": "Sie versucht göttliche Abtreibungen herbeizureden bei Frauen, die sie nicht mag und die gegen Trump sind. Für eine kritische Person ist unschwer zu erkennen, wer hier böse ist." Ein anderer Nutzer kommentierte: "Trump weiß wirklich, wie man gute Prediger aussucht."

Auch der bekannte US-Priester James Martin äußerte sich auf Twitter und attackierte White scharf: "Keine Schwangerschaft ist satanisch. Jedes Kind ist ein Geschenk von Gott. Keiner sollte jemals für eine Fehlgeburt beten." 

White will "weiter predigen"

Nach einem ausgewachsenen Shitstorm, nicht nur auf Twitter, fühlte sich White schließlich genötigt, Stellung zu beziehen. Ebenfalls auf Twitter teilte sie mit, "sie reagiere normalerweise nicht, aber dies wurde aus dem Kontext gerissen. Ich habe über Eph 6:12 gepredigt, nämlich dass wir nicht gegen Fleisch und Blut kämpfen sollten. Alles, das von dämonischen Plänen erdacht wurde, soll aufgegeben werden, damit es in unserem Leben nicht länger vorherrscht."

Die entsprechende Bibelstelle, auf die White sich angeblich bezieht, stammt aus dem Brief an die Epheser und lautet: "Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in den himmlischen Bereichen." Wie genau die Bibelstelle und ihre Predigtaussagen zusammenpassen, ließ White jedoch offen.

White sieht in den gegen sie vorgebrachten Anschuldigungen einen "hinterlistigen Versuch, Worte aus dem Kontext zu reißen, um daraus einen politischen Vorteil zu schlagen. Ich werde weiter predigen."

Paula White glaubt an das sogenannte Wohlstandsevangelium

Paula White wurde Ende 2019 in Trumps Chefberater-Team beordert. Schon seit einigen Jahren ist sie als spirituelle Mentorin an seiner Seite – nun offiziell auch angestellt. Die 53-Jährige soll sich nach Angaben des Weißen Hauses im Rahmen der "Faith and Opportunity Initiative" um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern – eine von der Trump-Regierung gegründeten Initiative, die sich in Washington für die Interessen der Kirchen und religiösen Verbände einsetzt. Die Idee dahinter: Wählerstimmen der Konservativen einfangen.

White ist Anhängerin der Theorie des sogenannten Wohlstandsevangeliums: Die umstrittene Auffassung einiger Theologen besagt, dass Geldvermögen, geschäftlicher und privater Erfolg und Gesundheit sichtbare Beweise für die Gunst Gottes sind. Laut White ist US-Präsident Trump ein Paradebeispiel dieser Theorie.

Auf Anfragen nach einer Stellungnahme zu den Aussagen Whites soll das Weiße Haus sowohl CNN als auch der "New York Times" nicht geantwortet haben.

Quellen: rightwingwatch.org, "New York Times", CNNbibleserver.com

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