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Bolton widerspricht Trump – „Ich muss klarstellen, ich habe gekündigt“

WELT-Logo WELT vor 5 Tagen
US-Präsident Donald Trump hat seinen Sicherheitsberater John Bolton entlassen. Bolton war seit April 2018 im Amt und galt als außenpolitischer Hardliner. Quelle: WELT © WELT US-Präsident Donald Trump hat seinen Sicherheitsberater John Bolton entlassen. Bolton war seit April 2018 im Amt und galt als außenpolitischer Hardliner. Quelle: WELT

US-Präsident Donald Trump hat überraschend seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton entlassen. Trump schrieb auf Twitter, er habe Bolton am Montagabend zum Rücktritt aufgefordert. Dieser habe am Dienstagmorgen seinen Rückzug erklärt. Trump begründete den Schritt mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten. „Ich war mit vielen seiner Vorschläge nicht einverstanden, wie auch andere in der Administration, und deshalb habe ich ihn gebeten zurückzutreten.“ In der kommenden Woche werde er einen Nachfolger benennen.

Erst am Dienstagmorgen hatte das Weiße Haus einen Presseauftritt Boltons gemeinsam mit Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin für die Mittagszeit angekündigt.

Bolton meldete sich auf Twitter selbst zu Wort und widersprach Trumps Darstellung offen. „Ich habe gestern Abend meinen Rücktritt angeboten, und Präsident Trump sagte: ‚Lass uns morgen darüber sprechen.‘“

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Auch in einer Livesendung des US-Senders Fox News wurden die unterschiedlichen Auffassungen der Situation deutlich. Während die Moderatoren über Trumps Tweets sprachen, schickte Bolton einem der Journalisten offenbar eine SMS. Der erklärte vor laufender Kamera: „John Bolton hat mir gerade geschrieben. Er schaut zu. Er sagt, er müsse etwas klarstellen: Ich habe gekündigt.“

Bolton war seit April 2018 Nationaler Sicherheitsberater Trumps. Er folgte auf General H. R. McMaster.

Bolton gilt als Hardliner und als Befürworter eines Regimewechsels im Iran. US-Medien hatten berichtet, Differenzen zwischen Trump und Bolton habe es zuletzt vor allem beim Thema Afghanistan gegeben. Bolton sei gegen ein von Trump für vergangenen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern in Camp David gewesen, dem Landsitz des US-Präsidenten. Trump hatte das Treffen am Samstagabend abgesagt. Als Grund hatte er einen Taliban-Anschlag am vergangenen Donnerstag in Kabul angeführt, bei dem zwölf Menschen getötet worden waren, darunter ein US-Soldat. Die USA verhandeln seit Monaten mit den Taliban über ein Abkommen, das den Weg zu einem Abzug der US-Truppen und zu Frieden in dem Land bereiten soll.

Trump will in der kommenden Woche einen Nachfolger für John Bolton bestimmen © AFP/SERGEI GAPON Trump will in der kommenden Woche einen Nachfolger für John Bolton bestimmen

In den vergangenen Monaten war Trump mehrfach mit Nachfragen konfrontiert gewesen, ob er mit Boltons Arbeit zufrieden sei. Er hatte Bolton bis dato öffentlich stets verteidigt und etwa gesagt, er wisse um dessen Rolle als Hardliner, habe aber auch andere Berater, die einen weniger harten Kurs verfolgten.

Seit dem Amtsantritt Trumps hat es im Apparat der US-Regierung ungewöhnlich viele Rauswürfe, Personalwechsel und Rücktritte gegeben.

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