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China verlegt Trump zufolge Truppen an Grenze zu Hongkong

WELT-Logo WELT vor 5 Tagen
Seit zehn Wochen protestieren Menschen in Hongkong für mehr Demokratie Quelle: AFP/VIVEK PRAKASH © AFP/VIVEK PRAKASH Seit zehn Wochen protestieren Menschen in Hongkong für mehr Demokratie Quelle: AFP/VIVEK PRAKASH

US-Präsident Donald Trump zufolge bringt Chinas Militär Truppen an der Grenze zu Hongkong in Stellung. Darüber sei er von den US-Geheimdiensten informiert worden, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. Alle Parteien sollten in dieser Lage Ruhe bewahren und für Sicherheit sorgen, so Trump weiter. Kurz zuvor hatte Trump vor Journalisten im Hinblick auf die angespannte Lage gesagt: „Ich hoffe, niemand wird verletzt. Ich hoffe, niemand wird getötet.“

Verschiedene Medien hatten zuletzt über eine zunehmende Präsenz des chinesischen Militärs an der Grenze zu Hongkong berichtet.

Die Proteste der regierungskritischen Demonstranten konzentrierten sich am Dienstag weiter auf den Flughafen in Hongkong. Hunderte Flüge wurden gestrichen oder verschoben. Die Polizei setzte kurzzeitig Pfefferspray gegen Demonstranten ein. Bereits am Montag hatten nach Polizeiangaben 5000 Demonstranten den Flughafen, eines der geschäftigsten Drehkreuze der Welt, lahmgelegt.

Die seit zehn Wochen andauernden Proteste in der ehemaligen britischen Kronkolonie waren ursprünglich durch ein – später auf Eis gelegtes – Auslieferungsgesetz ausgelöst worden, das die Überstellung von Verdächtigen an Festland-China erlaubt hätte. Die Demonstrationen weiteten sich danach zu einer Bewegung gegen den wachsenden Einfluss Pekings in Hongkong und für mehr Demokratie aus.

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Am Hongkonger Flughafen spielten sich am späten Dienstagabend chaotische Szenen zwischen Polizei und Demonstranten ab. Bereitschaftspolizisten stürmten den blockierten Airport und setzten dabei Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Die Besetzer hatten die Eingänge des Flughafenterminals mit Gepäckwagen verbarrikadiert. Schließlich holten Rettungskräfte einen verletzten Mann aus Festlandchina aus dem Flughafen. Wütende Demonstranten warfen ihm vor, verdeckter Ermittler zu sein.

Seit zehn Wochen protestieren Menschen in Hongkong für mehr Demokratie © AFP/VIVEK PRAKASH Seit zehn Wochen protestieren Menschen in Hongkong für mehr Demokratie

Die Spannungen zwischen prodemokratischen Protestierenden und Polizisten haben in den vergangenen Wochen stetig zugenommen. Die Demonstranten werfen den Beamten Polizeigewalt vor. Zudem machen sie sich Sorgen darüber, dass Polizisten ihre Bewegung unterwandern könnten. Manche Protestler sind von Einsatzkräften festgenommen worden, die ebenso gekleidet waren wie sie. Die Polizei räumte ein, bei einigen Einsätzen verdeckte Ermittler eingesetzt zu haben.

Aufnahmen zeigten, wie der Mann zusammengekauert auf dem Boden im Flughafen lag, umrundet von Demonstranten. Er hatte die Hände mit Kabelbinder verbunden. Einige Demonstranten versuchten, ihn zu treten und zu schlagen, während andere die Menge zurückhielten. Er werde festgehalten, sagten Demonstranten, weil er eine Presse-Weste getragen und angegeben habe, Reporter zu sein – zwischen seinen Sachen sei aber ein chinesischer Ausweis gefunden worden.

Unter demselben Verdacht hatten die Flughafenbesetzer auch einen weiteren Mann festgehalten. Sie fanden bei ihm ein blaues T-Shirt, wie es von Unterstützern Pekings getragen wird. Sie sagten, das beweise, dass er ein Agent sei.

Mehrere Personen wurden zu einem Polizeiwagen geführt, der am Eingang vor der Ankunftshalle wartete.

Die Situation endete, als Rettungskräfte vorgelassen wurden und den Verletzten auf einer Trage abtransportierten. Anschließend beruhigte sich die Lage am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit). Die meisten Protestierenden und Polizeikräfte verließen den Flughafen, an dem am Dienstag wie schon am Montag Hunderte Flüge ausgefallen waren.

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