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Dank Macron könnte Frankreich Deutschland überholen

WELT-Logo WELT 14.01.2018
French President Emmanuel Macron walks through the Galerie des Bustes (Busts Gallery) to access the Versailles Palace's hemicycle for a special congress gathering both houses of parliament (National Assembly and Senate), near Paris, France, July 3, 2017. REUTERS/Etienne Laurent/Pool: Dank Macron könnte Frankreich Deutschland überholen © REUTERS Dank Macron könnte Frankreich Deutschland überholen

Bisher war Deutschland in Europa der Spitzenreiter. Ausgerechnet Frankreich, 2017 noch das Sorgenkind im Euro, könnte Deutschland schon bald vom Thron stoßen, erwarten Ökonomen. Schuld ist auch die große Koalition.

Der Elan, mit dem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wichtige Reformen umsetzt, beeindruckt auch die Wirtschaft: Führende europäische Ökonomen rechnen damit, dass das Land Deutschland in den kommenden Jahren bei der Wachstumsdynamik überholen wird.

"Frankreich hat ein goldenes Jahrzehnt vor sich und wird Deutschland schon bald als Wachstumslokomotive an der Spitze der Währungsunion ablösen", sagt Holger Schmieding, der Chefökonom von Berenberg. Dass Frankreich womöglich schon ab 2019 oder 2020 im Vergleich zu Deutschland als Wachstumssieger dastehen könnte, schreibt der Ökonomen auch dem Umstand zu, dass es hierzulande an überzeugenden Reformprogrammen für die Zukunft fehlt: "Deutschland fällt von großer Koalition zu großer Koalition weiter zurück. Dem Land geht es so gut, dass sich die Politik mehr um Wohltaten als um Reformen kümmert."

Schmieding ist daher überzeugt davon, dass Deutschland in den kommenden zehn Jahren ins obere Mittelfeld in Europa abrutschen und den Platz an der Spitze der großen Länder an Nachbar Frankreich abgeben wird. "Deutschland geriert sich wie ein Spitzensportler, der so weit vor den anderen ist, dass er meint, weniger trainieren zu müssen. Frankreich hingegen ist dabei, kräftig zu trainieren – und wird Deutschland daher im Wettbewerb um die Goldmedaille schlagen", urteilt der Ökonom.

Frankreich steht vor einem Comeback

Bruno Cavalier, Chefökonom von Oddo-BHF, sieht die Wachstumsaussichten für Frankreich schon für das laufende Jahr äußerst optimistisch: "Frankreich steht vor einem Comeback", sagt er. Der Ökonom rechnet damit, dass Frankreich, das im vergangenen Jahr noch zu den Sorgenkindern der Euro-Zone zählte, in diesem Jahr bei der Wirtschaftsleistung ein Plus von 2,4 Prozent schaffen wird. Es wäre das stärkste Wachstum seit elf Jahren.

Auch an den Finanzmärkten habe sich der Blick auf Frankreich seit dem Beginn der Amtszeit Macrons spürbar geändert, konstatiert Didier Saint-Georges, Chefstratege des Vermögensverwalters Carmignac: "Bemerkenswert ist, dass die Ergebnisse all der Reformen erst mittelfristig Ergebnisse zeigen werden, aber bereits jetzt eine psychologische Wirkung haben."

French President Emmanuel Macron attends a ceremony to start the construction of the first metro line in Abidjan, Ivory Coast, November 30, 2017. REUTERS/Philippe Wojazer - RC198752CEA0: Dank Macron könnte Frankreich Deutschland überholen © REUTERS Dank Macron könnte Frankreich Deutschland überholen

Zuletzt ist in Frankreich die Stimmung von Verbrauchern und Unternehmen spürbar gestiegen, und auch auf dem Arbeitsmarkt gibt es bereits erste Anzeichen für eine Wende zum Besseren. Seit seinem Amtsantritt im Mai vergangenen Jahres hat Macron schon mehr geschafft als seine Vorgänger in vielen Jahren und setzte ein weitreichendes Reformpaket auf dem Arbeitsmarkt um, das unter anderem anderem Kündigungen erleichtern, Abfindungen deckeln und Betriebsvereinbarungen stärken will.

Privatisierungsoffensive soll Milliarden einbringen

Andere Reformen wie etwa die Reform der Arbeitslosenversicherung, der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie der Rentenkassen sollen zügig folgen. Auch die Körperschaftsteuer, mit 33 Prozent eine der höchsten im OECD-Vergleich, will Frankreichs Präsident zügig weiter senken, um Frankreich im europäischen und globalen Standortwettbewerb voran zu bringen. Und selbst die wertvollen staatlichen Beteiligungen, durch die in Frankreich Politik und Wirtschaft eng miteinander verzahnt sind, sollen nicht unangetastet bleiben. Geplant ist Privatisierungsoffensive, um einen zehn Milliarden Euro schweren Innovationsfonds zu finanzieren.

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