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Dieser Gipfel ist angeblich ein echtes Schnäppchen

WELT-Logo WELT 25.08.2019
Nur einen winzigen Schluck. Präsident Macron beim Auftakttreffen des Gipfels. Er will die Veranstaltung günstiger ausrichten, als es in den Vorjahren der Fall war Quelle: AP/Ian Langsdon © AP/Ian Langsdon Nur einen winzigen Schluck. Präsident Macron beim Auftakttreffen des Gipfels. Er will die Veranstaltung günstiger ausrichten, als es in den Vorjahren der Fall war Quelle: AP/Ian Langsdon

Der französische Präsident Macron hat sich für den G-7-Gipfel in Biarritz vorgenommen, einiges anders zu machen als frühere Gastgeber. Unter anderem will er viel sparsamer sein. Ob der Gipfel das auch wirklich wird, ist aber fraglich.

Baskische Spezialitäten mit roten Thunfisch standen am Samstag auf der Speisekarte für das Dinner der Staats- und Regierungschefs bei dem G7-Gipfel im südwestfranzösischen Biarritz. Sternekoch Cédric Béchade wollte demnach erst ein baskisches Omelett und dann den „Marmitako“ genannten traditionellen Fischeintopf mit frischem roten Thunfisch zubereiten, den Fischer des südlich von Biarritz gelegenen Ortes Saint-Jean-de-Luz gefangen haben.

Natürlich wird bei G-7-Treffen auswändig gespeist - es versammeln sich ja schließlich die Staats- und Regierungsschefs der sieben wichtigsten Industrienationen. Das Problem beim roten Thunfisch ist auch weniger der Preis, sondern die Tatsache, dass er zu den bedrohten Tierarten zählt. Jedenfalls kann beziehungsweise will Staatspräsidenten Emmanuel Macron Frankreich und die Weltöffentlichkeit beruhigen. Dieser Gipfel soll supergünstig werden, ein Schnäppchen sozusagen.

Nur einen winzigen Schluck. Präsident Macron beim Auftakttreffen des Gipfels. Er will die Veranstaltung günstiger ausrichten, als es in den Vorjahren der Fall war © AP/Ian Langsdon Nur einen winzigen Schluck. Präsident Macron beim Auftakttreffen des Gipfels. Er will die Veranstaltung günstiger ausrichten, als es in den Vorjahren der Fall war

Er kostet nach Macrons Angaben „zehn bis fünfzehn Mal“ weniger als frühere Treffen. Das sei beispiellos, sagte der Präsident am Samstag vor dem Treffen. Ob das stimmt, blieb aber zunächst unklar.

Präsident Macron testet einen guten Tropfen. Das Teure an Gipfeltreffen sind schließlich nicht Speis und Trank, sondern die Sicherheitsvorkehrungen Quelle: AP/Ian Langsdon © AP/Ian Langsdon Präsident Macron testet einen guten Tropfen. Das Teure an Gipfeltreffen sind schließlich nicht Speis und Trank, sondern die Sicherheitsvorkehrungen Quelle: AP/Ian Langsdon

Macron nannte keinen Betrag für die Kosten des dreitätigen Spitzentreffens in dem mondänen Seebad an der Atlantikküste. Die französische Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye hatte vor wenigen Tagen aber gesagt, der Gipfel sei billiger als vorangegangene Treffen in Kanada oder in Italien – das Parlament habe 36,4 Millionen Euro dafür gebilligt. Ob darin auch die Kosten für den Einsatz der 13.000 Sicherheitskräfte eingerechnet sind, ließ sie aber offen.

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Was die offiziellen Angaben für den letzten G-7-Gipfel im kanadischen Québec angeht, hat Macron Recht. Die kanadische Regierung hatte dafür umgerechnet rund 400 Millionen Euro veranschlagt, also etwa elf Mal so viel wie der von Frankreich angegebene Betrag.

Bei dem Gipfel im sizilianischen Taormina sieht das schon anders aus. Als Gesamtbudget für die gesamte italienische G-7-Präsidentschaft 2017 – die auch etliche Ministertreffen umfasste – hatte die Regierung in Rom 37,5 Millionen Euro eingeplant. Davon waren nur 12,4 Millionen Euro für den Gipfel vorgesehen – also ein Drittel von dem, was die französischen Gastgeber jetzt angeben.

Kosten in Deutschland deutlich höher

Wenn man den letzten G7-Gipfel in Deutschland als Maßstab nimmt, stimmt Macrons Rechnung ebenfalls nicht. 2015 fand das Treffen der führenden westlichen Wirtschaftsmächte auf Schloss Elmau in Bayern statt. Damals gab die Bundesregierung die Kosten für Organisation, Medienbetreuung und für die Sicherheit der Staats- und Regierungschefs mit 63 Millionen an. Hinzu kamen 49,7 Millionen Euro für die Unterstützung des Landes Bayern bei der Gefahrenabwehr.

Unter dem Strich lagen die Kosten des Bundes also bei 112,7 Millionen, was weniger als drei Mal so viel ist wie die von der französischen Regierungssprecherin angegebenen 36,4 Millionen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Kosten von den jeweiligen Gastgebern möglicherweise unterschiedlich berechnet werden. Die Zahlen sind also möglicherweise nicht vergleichbar.

Für den G20-Gipfel in Hamburg 2017 gab der Bund seine Kosten mit 72,2 Millionen Euro an – allerdings ohne einen Zuschuss für das Land Hamburg. Nach einer Aufstellung des Finanzministeriums kostete alleine der Einsatz von Bundespolizei, Bundeskriminalamt, Technischem Hilfswerk und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik 27,7 Millionen Euro.

Das Bundespresseamt gab 22,1 Millionen für die Betreuung der 5100 akkreditierten Medienvertreter und für die eigene Kommunikation aus. Für die organisatorische und logistische Vorbereitung des Besuchs der Staats- und Regierungschefs in der Hansestadt veranschlagte das Auswärtige Amt 21,7 Millionen Euro.

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