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Ein Fall von Nazi-Terrorismus in Amerika

DIE WELT-Logo DIE WELT vor 6 Tagen

Donald Trump hat bisher die Rechtsradikalen und Neonazis hingenommen, die sein dubioser Berater Bannon hinter sich sammelte. Das Attentat von Charlottesville empört alle. Warum nicht den Präsidenten?

Mit dem Auto in Menschen rasen, Gegendemonstranten mit Pfefferspray angreifen? Der Fackelzug in der Universitätsstadt Charlottesville war von Anfang an keine Kundgebung einer Meinung, sondern der Aufmarsch von Gewaltwilligen. Und mit dem Auto-Attentat endete er aus seiner Mitte heraus im Terrorismus.

U.S. President Donald Trump winces while delivering remarks on the protests in Charlottesville, Virginia, from his golf estate in Bedminster, New Jersey, U.S. August 12, 2017. REUTERS/Jonathan Ernst © REUTERS Donald Trump

Der Tatverdächtige hat in vollem Outfit am Marsch des "Vortrupps Amerika" teilgenommen, wie sich die Neonazi-Organisatoren der Veranstaltung nennen. Weißes Hemd, schwarze Hose und der Schild mit gekreuzten römischen Fasces, dem Beil in den Ruten.

Solchen Leuten geht es nicht um Meinungsfreiheit, wie sie behaupten. Es geht ihnen darum, ihre eigene Meinung durchzupeitschen und sonst nichts. Blut und Boden, weg mit den Juden, weg mit allen, die nicht so denken wie wir – das ist ihre Ideologie. Der Sprung ans Steuer, Gas geben in die Menge – das liegt nahe, wenn man schon mit solchen Ideen aufgeladen ist.

Unseliger Steve Bannon

US-Justizminister Jeff Sessions hat jetzt das FBI angewiesen, wegen Charlottesville einen "civil rights case" zu eröffnen, Ermittlungen wegen der Verletzung von Bürgerrechten. Das ist Augenwischerei.

Charlottesville war ein Fall von Neonazi-Terrorismus. Das auszusprechen, fällt der Regierung Trump schwer. Der Justizminister dient einem Präsidenten, dessen Berater rechtsextremen Gruppen manchmal viel zu nahe stehen, um hier unbefangen zu sein. Hoffentlich ändert der Anschlag etwas daran.

Selbst Trumps enger Verbündeter, der Senator Orrin Hatch, hat gesagt: "Mein Bruder ist nicht im Kampf gegen Hitler gefallen, nur damit Nazi-Ideen jetzt in den USA unwidersprochen vertreten werden." Trump braucht Republikaner wie Hatch, wenn er innenpolitisch noch etwas durchsetzen will.

People fly into the air as a vehicl: Menschen auf der Flucht vor einem Angreifer im Auto.  © AP/The Daily Progress Menschen auf der Flucht vor einem Angreifer im Auto. 

Rechtsradikaler Terrorismus

Vielleicht bringt ihn der Mord an der Studentin und der Tod der beiden Polizei-Hubschrauberpiloten bei der Kollision mit einer Drohne doch noch zum Nachdenken. Vielleicht kommen ihm die Worte "rechtsradikaler Terrorismus" doch über die Lippen – und vielleicht ist Charlottesville das Ende der Karriere seines Beraters Steve Bannon.

Der hat die ganze rechtsradikale Szene größer gemacht, als sie ist und die Nazi-Terroristen glauben lassen, sie hätten in ihm und Trump Verbündete. Damit muss endlich Schluss sein. Terrorismus ist kein Unfall.

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