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Erster Kopf rollt: Pannen-Desaster am Warntag hat jetzt Konsequenzen

EXPRESS-Logo EXPRESS vor 5 Tagen express
Vom Alarm am 10. September hatten viele Menschen in Deutschland gar nichts mitbekommen. © dpa Vom Alarm am 10. September hatten viele Menschen in Deutschland gar nichts mitbekommen.

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn, Christoph Unger, soll abgelöst werden.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus der Unionsfraktion. Nach Pannen im Zusammenhang mit dem bundesweiten Warntag am vergangenen Donnerstag war auch Kritik an der Behörde laut geworden. Zuerst hatte der rbb darüber berichtet.

Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, am 10. September 2020 © dpa Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, am 10. September 2020

Bundesweiter Warntag mit diversen Pannen

Innen-Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) sagte am Mittwoch im Innenausschuss des Bundestages auf die Frage, ob Unger noch Chef der Behörde sei, er wolle sich in diesem Kreis jetzt nicht zu Personalangelegenheiten äußern. Das erfuhr die dpa von Teilnehmern der nicht-öffentlichen Sitzung.

Der erste bundesweite Warntag war am vergangenen Donnerstag ziemlich schief gelaufen. Unter anderem kam die Meldung der Warn-Apps NINA und KATWARN erst mit einer guten halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Wäre es tatsächlich ein Ernstfall gewesen, hätten viele Bürger nichts mitbekommen.

Das Bundesinnenministerium hatte den Probealarm deshalb als „fehlgeschlagen“ bezeichnet. Grund sei ein technisches Problem gewesen. „Die Vorgänge werden jetzt umfassend aufgearbeitet“, hatte das Ministerium angekündigt.

Warntag-Pannen: Leitstellen die Schuld gegeben

Unger machte verschiedene Leitstellen dafür verantwortlich, dass die Warn-Apps auf den Handys nicht funktioniert hatten. „Sie haben sich nicht an die Absprachen gehalten“, sagte er.

Es sei vereinbart gewesen, dass das Bundesamt die Apps alleine von Bonn aus bedienen würde. Stattdessen seien fast zeitgleich etwa 30 andere Warnmeldungen rausgegangen. „Das hat das System nicht verkraftet“, sagte Unger. Bis zum nächsten Warntag im September 2021 müssten die Defizite bereinigt werden.

Unger stand bereits seit der Gründung des Bundesamtes 2004 an dessen Spitze. (dpa)

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