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Fall Adil Demirci: Kölner unter Terrorverdacht in der Türkei festgenommen

EXPRESS-Logo EXPRESS 17.04.2018
Adil Demirci wurde in der Türkei wegen Terrorverdachts festgenommen. © https://twitter.com/mesale_tolu/status/984697067045089280 Adil Demirci wurde in der Türkei wegen Terrorverdachts festgenommen.

Nach seiner Festnahme am Freitag in der Türkei soll der Kölner Sozialarbeiter Adil Demirci (33) am Dienstag vor der Istanbuler Staatsanwaltschaft aussagen.

Ihm wird laut einem „Spiegel“-Bericht zur Last gelegt, Mitglied einer Terrororganisation zu sein.

Demirci sei am 7. April mit seiner krebskranken Mutter aus Köln nach Istanbul gereist, damit sie sich im gemeinsamen Urlaub ein wenig erholen könne. Einen Tag vor der geplanten Abreise sei es dann zur Festnahme gekommen.

Türkei stuft MLKP als Terrororganisation ein

Am Montagabend wurde Demirci, der einen deutschen und türkischen Pass besitzt, das erste Mal vernommen. Seine Anwältin erklärte auf „Spiegel“-Anfrage, dass die Behörden ihrem Mandanten vorwerfen, Mitglied der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) zu sein, die vom türkischen Staat als Terrororganisationen eingestuft werde.

Demirci wird demnach offenbar zur Last gelegt, dass er in den Jahren 2013, 2014 und 2015 an der Beerdigung von drei MLKP-Mitgliedern teilgenommen hat, die auf Seiten der kurdischen Miliz YPG in Syrien gekämpft hatten.

Demirci befindet sich laut dem Bericht nun in Polizeigewahrsam, in spätestens eineinhalb Wochen muss ein Richter entscheiden, ob er in Untersuchungshaft kommt oder freigelassen wird.

Demirci arbeitet für linke Nachrichtenagentur

Die bis zum Dezember in der Türkei inhaftierte Journalistin Mesale Tolu hatte am Freitag auf Twitter geschrieben, Demirci gehöre zu drei Mitarbeitern der linken Nachrichtenagentur Etha, die in der Nacht zu Freitag in Istanbul festgenommen worden seien. 

Neben Demirci sollen Pınar Gayip und Semiha Şahin festgenommen worden sein. Auch Tolu arbeitete bis zu ihrer Inhaftierung für die Etha. Sie war im Dezember aus der U-Haft entlassen worden, darf die Türkei aber nicht verlassen. 

Aus Demircis Umfeld hieß es, er habe frei aus Deutschland für die Etha berichtet. Auf der Internetseite des Jugendmigrationsdienstes Remscheid wird Demirci als Kontaktperson geführt.

Auswärtiges Amt hält Kontakt

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Freitag zunächst: „Das Generalkonsulat versucht, mit Herrn Demirci in Kontakt zu treten, um ihn konsularisch betreuen zu können. Das Generalkonsulat steht mit der Familie und den türkischen Behörden in Kontakt.“ 

(red)

(exfo)

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