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Friedrich Merz will CDU familienfreundlicher gestalten

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 21.11.2021 Marc Röhlig

Sollte er CDU-Chef werden, will Friedrich Merz die Partei modernisieren. Politiker und Politikerinnen sollten insbesondere Kinderbetreuung besser mit dem Job vereinbaren können. Dafür will er bestimmte Abläufe ändern.

© Michael Kappeler / dpa

Friedrich Merz, einer der drei Bewerber für den CDU-Vorsitz, will im Falle seiner Wahl die Partei deutlich familienfreundlicher machen. »Auszeiten, die sich junge Mütter und Väter für ihre Kinder nehmen, dürfen nicht länger als Karriereknick im Lebenslauf gesehen werden. Sie müssen anerkannt werden wie die Tätigkeit im Job«, sagte Merz der »Bild am Sonntag«. Es brauche zudem eine gute Kinderbetreuung überall im beruflichen Umfeld, »auch in unserer Parteizentrale.«

Konkret versprach Merz: »Wir werden uns darauf verständigen, die langen Nachtsitzungen abzuschaffen und die Wochenenden so weit es irgendwie geht frei zu halten, vor allem den Sonntag. Wir werden die digitalen Formate beibehalten. Wir haben Landesverbände, die die digitale Teilnahme an Vorstandssitzungen nicht erlauben. Das werden wir ändern.« Er versuche »heute mehr denn je, unsere Welt auch durch die Augen unserer Kinder zu betrachten«.

Merz sagte, er bedauere im Nachhinein, dass er »zu wenig Zeit« für seine Kinder hatte. Das möchte ich meinen jüngeren Kolleginnen und Kollegen anders ermöglichen.

Partei in »schwerer Krise«

Der frühere Fraktionschef Merz hatte bereits zweimal vergeblich für den CDU-Vorsitz kandidiert. Nun hat er sich neben dem geschäftsführenden Kanzleramtschef Helge Braun und dem CDU-Außenexperten Norbert Röttgen erneut beworben. Die drei Kandidaten wollen je die Nachfolge von Armin Laschet antreten.

Das Trio soll sich kommende Woche den Parteimitgliedern jeweils in einem live im Internet übertragenen Format präsentieren. Die vorentscheidende Befragung der rund 400.000 CDU-Mitglieder beginnt am 4. Dezember. Die endgültige Entscheidung über den Nachfolger des erst seit Januar amtierenden CDU-Vorsitzenden Laschet sollen die 1001 Delegierten bei einem Parteitag am 21. Januar in Hannover treffen.

Merz sieht seine Partei in einer bedrohlichen Lage. Sie sei in ihrem Charakter als Volkspartei gefährdet, sagte Merz der »Bild am Sonntag«, die Partei stecke in einer »schweren Krise«. »Wir haben bei keinem Thema mehr die Meinungsführerschaft, nicht einmal mehr in der Wirtschaftspolitik. Wir haben in keiner Altersgruppe mehr den höchsten Wähleranteil, nicht einmal mehr bei den über 60-Jährigen.«

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