Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Große Koalition: Wirtschaftselite für Kanzlerkandidaturen von Merz und Scholz

ZEIT ONLINE-Logo ZEIT ONLINE 21.11.2019 Sasan Abdi-Herrle

Führungskräfte sehen die große Koalition einer Umfrage zufolge skeptisch. Bei der K-Frage haben sie eine klare Präferenz. Außenpolitisch bereitet vor allem Trump Sorgen.

Nach einer Umfrage plädiert eine Mehrheit der Wirtschaftselite für Kanzlerkandidaturen von Friedrich Merz (CDU) und Olaf Scholz (SPD).  © Sean Gallup/​Maja Hitij/​Getty Images Nach einer Umfrage plädiert eine Mehrheit der Wirtschaftselite für Kanzlerkandidaturen von Friedrich Merz (CDU) und Olaf Scholz (SPD).

Die wirtschaftliche Elite in Deutschland sorgt sich um die Folgen der anhaltenden Schwäche von CDU und SPD. Zu diesem Schluss kommt das sogenannte Elite-Panel des Instituts für Demoskopie Allensbach, das im Auftrag der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und von Capital erstellt wird. Demnach sind 72 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Probleme der beiden Parteien für die Handlungsfähigkeit des Staates ein Risiko darstellen. Für die Studie wurden von Mitte Oktober bis Anfang November 484 Führungskräfte befragt; zwei Drittel aus der Wirtschaft, ein Fünftel aus der Politik, zehn Prozent aus der Verwaltung.

Der Erhebung zufolge sind 64 Prozent der Befragten von der Arbeit der großen Koalition enttäuscht. Dennoch glaubt eine große Mehrheit (73 Prozent), dass das Bündnis aus Union und SPD bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 weiterregieren wird. Im Falle eines Scheiterns plädieren die Befragten mehrheitlich (70 Prozent) für Neuwahlen, 27 Prozent würden eine Minderheitsregierung von CDU/CSU präferieren.

Klare Vorstellungen haben die Befragten dazu, welche Spitzenkandidaten die Parteien in die nächste Bundestagswahl führen sollen. Der aussichtsreichste Kanzlerkandidat der Union ist für 38 Prozent Friedrich Merz und für weitere 29 Prozent Armin Laschet. Lediglich zwölf Prozent votieren für Annegret Kramp-Karrenbauer. Bei der SPD gibt es für 59 Prozent nur einen möglichen Spitzenkandidaten und der heißt Olaf Scholz. Das Auswahlverfahren der SPD um den Parteivorsitz beurteilt die Führungskräfte dagegen mehrheitlich skeptisch: 65 Prozent meinen, das habe die SPD geschwächt.

Das interessiert andere MSN-Leser:

Epstein-Skandal: Prinz Andrew zieht Konsequenzen

Warnung: Schäuble wirft Bürgern Egoismus vor

Türkei: Anwalt der deutschen Botschaft verhaftet

Ermordung Kennedys und Co.: Der historische Wochenrückblick

Handelsstreit dominiert außenpolitische Sorgen

Große Sorgen machen sich die Befragten die außenpolitischen Probleme. An erster Stelle der politischen Risiken steht dabei der Handelsstreit zwischen den USA und China. 80 Prozent der Befragten halten es für möglich, dass europäische Unternehmen künftig gezwungen sein könnten, sich zwischen einem der Märkte entscheiden zu müssen.

Sollte es so weit kommen, würde die Hälfte der Führungskräfte die Vereinigten Staaten favorisieren, berichtet die FAZ. Ein Drittel würde dagegen auf China setzen, der Rest ist unentschieden. Konkrete Folgen in Form von höheren Zöllen spüren die Befragten der Studie zufolge bisher aber kaum. Nur 15 Prozent der teilnehmenden Führungskräfte aus der Wirtschaft sehen das eigene Unternehmen stark oder sehr stark betroffen. 

Donald Trump wird der Umfrage zufolge unter den Eliten zunehmend schlecht bewertet. Waren vor rund einem Jahr immerhin rund 60 Prozent der Befragten der Meinung, dass der US-Präsident seinem Land wirtschaftliche nutze, sind es nun ebenso viele, die das Gegenteil glauben. Eine Wiederwahl hält dennoch eine große Mehrheit für möglich.

Eine externe Einflussnahme auf den Handelskonflikt wird unter den Befragten kaum als Möglichkeit gesehen. Dass die EU effektiv vermitteln kann, glaubt der Erhebung zufolge kaum jemand. Von der Politik wünschen sich die Führungskräfte vor allem mehr Augenmerk auf das Thema Digitalisierung. Auch eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und ein besseres Bildungssystem wird von vielen Befragten als sehr wichtig benannt. Staatliche Eingriffe zur Stärkung der Konjunktur lehnen derzeit 56 Prozent der Befragten ab.

Zustimmung für von der Leyen und Lagarde

Positiv werden die Neubsetzungen an der Spitze der EU-Kommission sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) gewertet. Ursula von der Leyen halten 76 Prozent der Befragten für eine gute Kommisssionschefin, dasselbe sagen 63 Prozent über Christina Lagarde an der Spitze der EZB.

Das Elite-Panel wird seit rund 25 Jahren erstellt. Dieses Mal wurden nach Angaben der FAZ unter anderem unter anderem 79 Vorstände von Unternehmen mit mehr als 20.000 Beschäftigten, 20 Minister und Ministerpräsidenten sowie 32 Leiter von Bundes- und Landesbehörden befragt.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige

Mehr von ZEIT ONLINE

ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon