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Guam gibt Bevölkerung Ratschläge für Angriffsfall

DIE WELT-Logo DIE WELT 12.08.2017

"Legen Sie sich flach auf den Boden, und bedecken Sie Ihren Kopf": Guam bereitet die Bevölkerung auf einen möglichen Angriff vor. Und Japan bringt Raketenabwehrsysteme in Stellung – falls Kims Raketen versagen.

Vor dem Hintergrund nordkoreanischer Drohungen mit einem möglichen Angriff haben die Behörden des US-Außengebiets Guam der Bevölkerung Verhaltensregeln an die Hand gegeben. Im Fall eines Alarms sollten die Bewohner rasch in einem festen Gebäude Schutz suchen und vorerst dort bleiben, heißt es in einem Informationsblatt. Das Büro für Zivilschutz der Pazifikinsel begann am Freitag mit der Verteilung der Blätter.

Darin enthalten sind unter anderem Ratschläge für das Zusammenstellen eines Notfallkoffers und allgemeine Verhaltensregeln. "Schauen Sie nicht in den Blitz oder Feuerball – er kann Sie blenden", heißt es als Hinweis für Betroffene, die im Freien von einem Angriff überrascht werden. "Legen Sie sich flach auf den Boden, und bedecken Sie Ihren Kopf."

Für den Fall eines Angriffs mit Atomwaffen empfiehlt eines der Informationsblätter: "Wenn möglich, duschen Sie mit viel Seife und Wasser, um die radioaktive Kontaminierung zu entfernen." Eine Haarspülung dürfe jedoch nicht verwendet werden, "denn sie bindet radioaktives Material an Ihr Haar".

Japan bereitet sich auf Versagen der Raketen vor

Auswirkungen auf den Alltag der Bewohner von Guam hatte die Verteilung der Informationsblätter offenbar nicht, auch war nichts von erhöhter Besorgnis zu spüren. Manche Menschen fragten sich allerdings, wo sie Plastikfolie auftreiben könnten: Auf einem der Blätter wird der Einsatz von Klebeband und Plastikfolie empfohlen, "um alle Ritzen um die Tür und jegliche Lüftungsschlitze in den Raum zu versiegeln".

Nordkoreas Militär hatte am Donnerstag erklärt, es sei dabei, seine Pläne zum Abschuss von vier Raketen in Richtung des US-Stützpunkts Guam abzuschließen. Diese sollten dann 30 bis 40 Kilometer vor Guam in den Pazifik stürzen.

Japan hat angesichts der nordkoreanischen Drohungen Raketenabwehrsysteme stationiert. Die Boden-Luft-Raketen vom Typ Patriot wurden quer zur möglichen Flugbahn nordkoreanischer Geschosse in vier westjapanischen Präfekturen aufgestellt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag meldete. Die japanische Regierung sagte, man wolle sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass Pjöngjangs Flugkörper über Japan versagen sollten. Ministerpräsident Shinzo Abe sagte Reportern, die Regierung werde alles tun, um Leben und Eigentum der Bevölkerung zu schützen.

Nordkorea drohte damit, Raketen in die Nähe des US-Luftwaffenstützpunkts auf Guam abzufeuern © REUTERS Nordkorea drohte damit, Raketen in die Nähe des US-Luftwaffenstützpunkts auf Guam abzufeuern

3,5 Millionen Arbeiter in Nordkorea zum Kampf bereit

Japan verfügt über zwei Raketenabwehrsysteme, das Patriot Advanced Capability (PAC-3) auf dem Land und das auf Aegis-Zerstörern installierte Standard Missile-3 (SM-3). Bisher waren in den Präfekturen Shimane, Hiroshima, Kochi und Ehime keine Patriots stationiert.

Nordkorea demonstrierte angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump Stärke. Fast 3,5 Millionen Arbeiter, Mitglieder der Kommunistischen Partei und frühere Soldaten hätten sich als Freiwillige gemeldet, um die Volksarmee des Landes bei einem Krieg zu unterstützen und die reguläre Armee zu verstärken, berichtete die Regierungszeitung "Rodong Sinmun" am Samstag.

Die nordkoreanische Führung unter Machthaber Kim Jong-un hatte in dem sich immer weiter verschärfenden Streit mit den USA kürzlich mit Abfeuern von Mittelstreckenraketen über Japan hinweg auf die Pazifikinsel Guam gedroht. Die USA unterhalten dort eine Luftwaffenbasis, einen Marinestützpunkt sowie eine Einheit der Küstenwache mit rund 6000 Militärangehörigen. Trump hatte seine Drohungen an das Land in den letzten Tagen immer wieder erneuert und verschärft.

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