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Hoher Alkoholkonsum und Vertrauensverlust?: Russland tauscht offenbar den Oberbefehlshaber für die Ukraine-Invasion aus

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel vor 4 Tagen Hannah Prasuhn

General Dvornikow hatte sein Amt erst im April angetreten – nun ist er es wohl wieder los. Wer übernimmt, ist allerdings unklar.

General Alexander Dwornikow hat wohl die Hoffnungen des Kreml auf eine erfolgreiche Kampagne in der Ukraine nicht erfüllt. © Foto: imago images/ITAR-TASS General Alexander Dwornikow hat wohl die Hoffnungen des Kreml auf eine erfolgreiche Kampagne in der Ukraine nicht erfüllt.

Im April meldete ein westlicher Beamter dem BBC, dass Russland das Kommando über seine Operationen in der Ukraine neu organisiert hat. Der neue Oberbefehlshaber für den russischen Angriffskrieg war fortan General Alexander Dvornikow.

Dvornikow ist ein Befehlshaber mit besonders viel Erfahrung, leitete unter anderem russische Operationen in Syrien. Seine Aufgabe war es, „die allgemeine Führung und Kontrolle zu verbessern“, so sagte es der Beamte der BBC.

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Etwa zweieinhalb Monate später hat Dvornikow sein hohes Amt offenbar schon wieder verloren. Der russische Reserveoffizier Oleg Marzoev behauptete am 21. Juni, dass der derzeitige Befehlshaber der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte, Sergey Suroviking, Dvornikow als Oberbefehlshaber ersetzen werde.

Die investigative Journalist*innengruppe „Bellingcat“ hatte davor schon berichtet, dass der russische Präsident Wladimir Putin plane, Dvornikow zu ersetzen. Gründe sollen sein exzessiver Alkoholkonsum und mangelndes Vertrauen unter den den russischen Streitkräften gewesen sein.


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NÄCHSTES
NÄCHSTES

So weit, so klar. Allerdings werden noch weitere mögliche Nachfolger und Szenarien genannt.

So berichtet das ukrainische „Conflict Intelligence Team“, dass Generaloberst Gennady Zhidko, aktuell Chef der militärisch-politischen Direktion der russischen Streitkräfte, Dvornikow als Befehlshaber der ukrainischen Operationen ersetzen soll.

Auch kursiert das Gerücht, dass Dvornikow befördert worden sein könnte und Generaloberst Andrej Serdjukow, der derzeitige Befehlshaber der russischen Luftlandetruppen, seine Stelle übernehmen würde.

Das allerdings hält das US-Thinktank „Institute for the Study of War“ (ISW) für „höchst unwahrscheinlich“, da kremlnahe Quellen bereits den Rücktritt Serdjukows angekündigt hätten.

Ukrainische Quellen berichteten am 17. Juni sogar, dass der Kreml Serdjukow wegen schlechter Leistungen während der Invasion und hoher Verluste unter den Fallschirmjägern entlassen habe.

Das ISW geht davon aus, dass der Kreml dabei sei, die Kommandostruktur für die russische Invasion in der Ukraine umzubauen. Darauf würde auch die Entlassung von hochrangigen Offizieren hindeuten, die für die russischen Misserfolge in der Ukraine verantwortlich gemacht werden.

Das ISW schreibt weiter, dass die Ernennung und Ablösung von Oberbefehlshabern inmitten einer größeren Kampfhandlung ein drastischer Schritt sei. Dieser könnte wiederum auf schwere Krisen innerhalb des russischen Oberkommandos und große Probleme bei der Kriegsführung des Kremls hindeuten.

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