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"Ich arbeite sicher mehr als fast alle früheren Präsidenten"

WELT-Logo WELT vor 5 Tagen
Trumps Telefonate beginnen angeblich um 6.30 Uhr und dauern bis 23.00 Uhr © pa/newscom/PETE MAROVICH Trumps Telefonate beginnen angeblich um 6.30 Uhr und dauern bis 23.00 Uhr

Die Vorwürfe konnte er nicht auf sich sitzen lassen: US-Präsident Donald Trump hat scharf zurückgewiesen, dass er zu viel Freizeit habe. Der Insider, der seine Termine an die Presse gab, soll nun identifiziert werden.

Nach der Veröffentlichung seiner nicht übermäßig vollen Terminpläne in amerikanischen Medien wehrt sich US-Präsident Donald Trump gegen den Eindruck, er vernachlässige seinen Job. Es sei ein Leichtes für die Presse gewesen, an seinen Terminkalender zu gelangen, doch "sie hätten positiv darüber berichten sollen, nicht negativ", kritisierte der 72-Jährige am Sonntagnachmittag auf Twitter die Medien.

"Wenn der Begriff Exekutivzeit verwendet wird, dann arbeite ich in der Regel und entspanne nicht", erklärte er. "Executive Time" lässt sich sinngemäß mit "Chefzeit" oder "Führungszeit" übersetzen und ist als präsidialer Tagesordnungspunkt eine Erfindung von Trumps Weißem Haus.

Die Nachrichtenseite "Axios" hatte kürzlich interne Terminpläne Trumps aus den vergangenen drei Monaten veröffentlicht, die ihr von einer Quelle im Weißen Haus zugespielt worden waren. Darin war meistens die Zeit bis 11.00 Uhr als "Executive Time" aufgeführt, die Trump demnach im Oval Office verbringe.

"Ich arbeite sicher mehr Stunden als fast alle früheren Präsidenten. Tatsache ist, als ich als Präsident übernommen habe, war unser Land ein Chaos." Neben "unendlichen Kriegen, einem potenziellen Krieg mit Nordkorea" zählte Trump weitere Probleme des Landes auf, denen er sich seitdem gewidmet habe. "Ich hatte keine andere Wahl, als sehr lange Arbeitstage hinzulegen!"

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Ein weiterer Vorwurf lautete, Trump sei oft schon vor 6.00 Uhr wach, verbringe den Morgen aber nicht in seinem Büro. Stattdessen sei er in der Residenz, schaue Fernsehen und lese Zeitungen. Dann reagiere er auf das, was er sehe und lese, und rufe etwa Berater, Freunde oder Kongressabgeordnete an. Häufig schickt Trump am Morgen auch Twitter-Botschaften in die Welt.

Grenze zwischen Arbeit und Freizeit schwierig

Trumps unkonventioneller Regierungsstil macht es schwierig zu definieren, wo die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit verläuft. Dennoch erscheint sehr fragwürdig, ob Trump – wie er nun behauptet – wirklich mehr arbeitet als die meisten seiner Vorgänger. Bekannt ist Trumps Hang zu Übertreibungen und zum Selbstlob. So behauptet er auch, dass seine Regierung in den ersten zwei Jahren mehr erreicht habe als alle zuvor.

Trumps Übergangsstabschef Mick Mulvaney nahm den Präsidenten in Schutz. "Die Exekutivzeit ist dazu da, sich auf das nächste Treffen vorzubereiten und das letzte Treffen nachzubereiten", sagte Mulvaney in der NBC-Sendung "Meet the Press".

Schuldiger soll identifiziert werden

Die Inhalte seien jedoch "nicht so vertraulich" gewesen, sagte er weiter. Rund 400 Menschen hätten Zugriff auf die Pläne. "Die Telefonate beginnen um 6.30 Uhr und gehen bis 23.00 Uhr." Trump arbeite also mehr, als was im Kalender festgehalten sei.

Momentan versucht das Weiße Haus Medienberichten zufolge mit Hochdruck, herauszufinden, wer den Kalender an "Axios" durchgestochen hat. "Ich hoffe, dass wir dafür in dieser Woche eine Lösung haben werden." Mulvaney sagte dem Sender Fox News, der Schuldige solle noch "diese Woche" identifiziert werden.

"Axios" berichtete weiter, der Terminplan von Präsident George W. Bush sei über Monate hinaus ausgebucht gewesen. Auch sei Bush immer ab 6.45 Uhr im Büro gewesen. Der Terminplan seines Vaters und Vor-Vorgängers im Amt, George H.W. Bush, sei in Zehn-Minuten-Intervallen getaktet gewesen. Trumps Vorgänger Barack Obama habe an einem typischen Arbeitstag sechs Meetings gehabt.

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