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In Ostdeutschland: Reichsbürger planen Aufbau einer eigenen Armee

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 13.01.2018 berliner-kurier
Reichsbürger 1: In Ostdeutschland: Reichsbürger planen Aufbau einer eigenen Armee © dpa In Ostdeutschland: Reichsbürger planen Aufbau einer eigenen Armee

Die Bundesrepublik existiert für sie nicht, sie sprechen Behörden und Gerichten die Legitimität ab und behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Die Zahl der sogenannten Reichsbürger in Deutschland wächst enorm, schlagen die Verfassungsschutz-Ämter Alarm. Sie beobachten die Gruppierungen der Reichsbürger und „Selbstverwalter“, denen auch Rechtsextremisten angehören.

Binnen Jahresfrist sei die Zahl der Reichsbürger um mehr als 50 Prozent gestiegen – auf nunmehr 15.600 im Januar 2018, berichtet „Focus“ unter Berufung auf die Verfassungsschutzämter der Länder. Anfang 2017 gingen die Sicherheitsbehörden noch von rund 10.000 Reichsbürgern und sogenannten Selbstverwaltern in Deutschland aus. „Selbstverwalter“ meinen, per Deklaration aus der Bundesrepublik austreten und ihren Grund und Boden zu souveränem Staatsgebiet erklären zu können.

Das Bonner Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) selbst will die Angaben nicht bewerten und verweist auf die mit Stand Ende September veröffentlichte Zahl von 15.000 Anhängern.

Die größte Szene gibt es „Focus“ zufolge in Bayern mit rund 3500 Reichsbürgern. Es folgen Baden-Württemberg mit 2500, NRW mit 2200, Niedersachsen mit 1400 und Sachsen mit 1300 Reichsbürgern.

Aufbau einer eigenen Armee in Ostdeutschland

Reichsbürger 2 © dpa Reichsbürger 2

Sorge bereitet Behörden auch, dass die Szene über eine große Zahl an legalen und illegalen Waffen verfügt. Mehr als 1000 Reichsbürger besitzen eine oder mehrere waffenrechtliche Erlaubnisse. Das Gewaltpotenzial sei sehr hoch. „Die Annahme, es handele sich um harmlose Spinner, trifft sicher nicht auf alle zu“, sagte Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft.

In Ostdeutschland plant eine bewaffnete Gruppe innerhalb der Reichsbürger laut „Focus“ sogar den Aufbau einer eigenen Armee. Sicherheitskreise hätten bestätigt, dass sich Reichsbürger aus mehreren Bundesländern bei einem Treffen mit dem Aufbau einer militärischen Organisation befasst hätten.

„Die bereiten sich auf den Tag X vor“, zitiert das Nachrichtenmagazin einen ranghohen Beamten, wobei unklar sei, welches Datum sie damit meinten. Staatsschützer befürchten, die Idee einer Reichsbürger-Armee könnte bislang unvernetzte Einzelaktivisten und Kleinstgruppen mobilisieren, sich enger zusammenzuschließen.

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