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In Türkei inhaftierter US-Pastor Brunson kommt frei

dw.com-Logo dw.com 12.10.2018 dw.com

Mit Spannung wurde das Urteil im Fall Brunson erwartet. Der US-Pastor musste sich für Terrorunterstützung und Spionage verantworten. Ins Gefängnis muss er nicht. Und auch die Türkei darf er bald verlassen.

Provided by Deutsche Welle © Getty Images/AFP/T. Yildirim Provided by Deutsche Welle

Der in der Türkei seit zwei Jahren festgesetzte US-Geistliche Andrew Brunson kommt frei. Brunson wurde zwar von einem Gericht in Aliaga der Terrorunterstützung und Spionage schuldig gesprochen und erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren. Da er bereits zwei Jahre unter Hausarrest stand, und ein gutes Verhalten während des Verfahrens zeigte, kann der evangelikale Pastor den Gerichtsaal als freier Mann verlassen. Das Gericht ordnete zudem die Aufhebung des Hausarrestes und der Ausreisesperre an.

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In seinem Schlussplädoyer hatte die Staatsanwaltschaft bis zu zehn Jahre Haft und die Aufhebung des Hausarrests und der Ausreisesperre gegen Brunson beantragt.

Seit zwei Jahren festgesetzt

Der US-amerikanische Pastor Andrew Brunson stand seit zwei Jahren unter Hausarrest. Seine Festsetzung belastete das Verhältnis zwischen Washington und Ankara stark. US-Präsident Donald Trump und sein Vize Mike Pence haben sich wiederholt für den Pastor eingesetzt, der vor seiner Festnahme eine kleine Gemeinde in der westtürkischen Küstenstadt Izmir leitete. Ende Juli entließ ein Gericht Brunson in den Hausarrest, doch verweigerte es seine Freilassung.

Trump verhängte daraufhin Sanktionen gegen zwei türkische Minister und ordnete die Verdopplung der Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der Türkei an. Der Streit führte zum Einbruch der türkischen Lira, was die Sorge vor einer Wirtschaftskrise heraufbeschwor.

Widersprüchliche Zeugenaussagen

International wurde der Prozess mit Spannung verfolgt. Wie die Zeitung "Hürriyet" berichtete, zogen insgesamt drei Zeugen Aussagen zurück. Ein Zeuge zum Beispiel zog die Behauptung zurück, dass ein syrisches Mitglied von Brunsons Kirchengemeinde Bomben für Terrorangriffe gebaut habe.

Prozessbeobachter hatte zuvor berichtet, Zeugen der Anklage hätten sich in einem bizarren Austausch gegenseitig widersprochen. Auch sollen Mitglieder der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und Anhänger der Gülen-Bewegung in Brunsons Kirche ein und aus gegangen sein. Sowohl die PKK als auch die Anhänger der Gülen-Bewegung gelten in der Türkei als Terroristen.

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