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Jörg Meuthen rechnet fest mit Koalitionen von AfD und CDU

WELT-Logo WELT 20.07.2019
AfD-Vorsitzender Jörg Meuthen (l) und der thüringische Landeschef Björn Höcke Quelle: dpa/Gregor Fischer © dpa/Gregor Fischer AfD-Vorsitzender Jörg Meuthen (l) und der thüringische Landeschef Björn Höcke Quelle: dpa/Gregor Fischer

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen rechnet mittelfristig fest mit Koalitionen von Union und AfD. „Ich bin sicher: Mit Union und AfD wird es laufen wie mit SPD und Grünen vor 30 Jahren“, sagte Meuthen den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. „Es sollte mich wundern, wenn es 2025 zumindest auf Landesebene noch keine Koalition von CDU und AfD gibt.“ Gespräche zwischen einzelnen Politikern liefen „ja jetzt schon“, fügte er hinzu. Namen wollte er allerdings nicht nennen. 

Jörg Meuthen, AfD-Vorsitzender © Getty Images/Carsten Koall Jörg Meuthen, AfD-Vorsitzender

„Wenn wir die Dinge substanziell ändern wollen, werden wir eine pragmatische Politik gemeinsam mit anderen machen müssen“, sagte Meuthen. Die AfD sei in der Lage, eine Landesregierung zu führen und einen Ministerpräsidenten zu stellen.

Nach den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen werde die AfD aber wohl noch keinen Koalitionspartner finden. „In einzelnen Kommunen gibt es eine informelle Zusammenarbeit von CDU und AfD. Auf der Landes- oder Bundesebene erkenne ich bisher aber keine Annäherung“, sagte Meuthen. „Die Zeit ist dafür noch nicht reif.“

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Zur Rechtsaußen-Gruppe „Flügel“ seiner Partei sagte Meuthen: „Ich verlange vom „Flügel“, sich absolut trennscharf von jedem Extremismus abzugrenzen“. Das sei zwingend. “Wir wollen eine Volkspartei sein. Dafür dürfen wir aber nicht jeden Unfug dulden.“

Der 58-Jährige kündigte an, sich beim AfD-Parteitag Ende des Jahres erneut als Vorsitzender zur Wahl zu stellen. Wenn die Unterstützung so bleibe wie jetzt, könne und wolle er sich einer weiteren Kandidatur um den Parteivorsitz „nicht verwehren“. Meuthen teile nach eigenen Worten die Kritik an Höcke. Er sagte: „Ich glaube, er hat den Schuss gehört.“

In der AfD tobt ein Richtungsstreit zwischen dem gemäßigten Lager und „Flügel“ um den thüringischen Landeschef Björn Höcke. Dieser hatte kürzlich die Bundesspitze scharf attackiert. Nach den Landtagswahlen im Osten werde er sich „mit großer Hingabe und mit großer Leidenschaft der Neuwahl des Bundesvorstands hingeben“, kündigte er an. Höcke fügte hinzu: „Und ich kann euch garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird.“

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