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Jahrestag: Vor 56 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 13.08.2017 berliner-zeitung
Ein Mauerabschnitt in Reinickendorf 1961: picture alliance / Bildarchiv/dp © picture alliance / Bildarchiv/dp picture alliance / Bildarchiv/dp

Kränze und Kerzen für die Toten - Berlin erinnert an die Opfer des Mauerbaus vor 56 Jahren. In der zentralen Gedenkstätte an der Bernauer Straße wird Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Sonntag (13.30 Uhr) Blumen niederlegen. Zuvor gibt es eine Andacht in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen (13.00 Uhr). Auch Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat sein Kommen zugesagt.

Am 13. August 1961 hatte die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Mauer begonnen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989.

Oberbürgermeister Müller: "Schmerz und Leid vieler Menschen sind Teil unserer Geschichte"

Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) mahnte: "Die Teilung, der mit ihr verbundene Schmerz und das Leid vieler Menschen sind Teil unserer Geschichte, der niemals in Vergessenheit geraten darf." Die Mauer bleibe ein bedrückendes Symbol für Unfreiheit, Diktatur und die Missachtung von Menschenrechten. Der Tag des Mauerbaus sei ein schwarzer Tag in der Geschichte. Die brutale Spaltung Berlins habe unermessliche physische und psychische Verletzungen hinterlassen.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der Berliner Mauer mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime. An der einstigen, knapp 1400 Kilometer langen deutsch-deutschen Grenze kamen nach einer wissenschaftlichen Untersuchung insgesamt 327 Menschen aus Ost und West um Leben.

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur verlangt, die Lage der Opfer verbessern

Bei einem Besuch in der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag appelliert, das DDR-Unrecht nicht zu vergessen - um Freiheit und Demokratie schätzen zu können. "Wir können nur eine gute Zukunft gestalten, wenn wir uns der Vergangenheit annehmen."

Westberliner an der Mauer © picture alliance / dpa/dpa Westberliner an der Mauer

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur appellierte, die Lage der Opfer sollte weiter verbessert werden. Die Frist für Rehabilitierung und Entschädigung bis Ende 2019 müsse aufgehoben werden, forderte Geschäftsführerin Anna Kaminsky. Bisher müssten Betroffene nachweisen, dass gesundheitliche Schäden auf Haft und Verfolgung zurückgehen. Die Beweislast sollte umgekehrt werden.

Deutsche Wiedervereinigung steht als ein Zeichen der Hoffnung

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Rainer Eppelmann, erklärte, dass die SED-Oberen ihr eigenes Volk einmauerten, sei eine Bankrotterklärung des Regimes gewesen. Tausende Menschen hätten ihren Drang nach Freiheit mit Gefängnis, Verletzung oder dem Leben bezahlen müssen.

Der Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, betonte, die Berliner Mauer sei in die Geschichte als Zeichen für Unterdrückung in die Geschichte eingegangen. Noch heute lebten überall auf der Welt Menschen in Unfreiheit. Die deutsche Wiedervereinigung sei für viele von ihnen ein Zeichen der Hoffnung. "Unser Land ist das beste Deutschland, das wir je hatten", so Tauber.

Opferverbände wollen Zimmerstraße nach einem Maueropfer umbenennen 

Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft setzt sich indes für die Umbenennung der Berliner Zimmerstraße ein, um an das Maueropfer Peter Fechter zu erinnern. Der 18-Jährige war am 17. August 1962 von DDR-Grenzposten bei einem Fluchtversuch nahe dem Checkpoint Charlie angeschossen worden und vor den Augen der Welt verblutet. Die Grenzer hatten ihn fast eine Stunde schwer verletzt liegen lassen.

Bei einer Gedenkveranstaltung in Potsdam (15.00 Uhr) spricht Bildungsminister Günter Baaske (SPD). Der Vizepräsident des Brandenburger Landtages, Dieter Dombrowski, legt Blumen am Ufer der Glienicker Lake (15.10 Uhr) nieder. Unweit des Ufers verlief die Grenze zwischen West-Berlin und der DDR. (dpa)

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