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Kalter Krieg zur See: Rammkurs – zwei Kriegsschiffe aus den USA und Russland nähern sich auf 15 bis 30 Meter

stern-Logo stern 11.06.2019 kra
© stern.de/Commons

Auf nur 15 bis 30 Meter kamen sich ein US-Kreuzer und ein russischer Zerstörer im ostchinesischen Meer nahe. Beide Seiten werfen sich Fehlverhalten vor.

Am Freitag, den 7.Juni kam es im ostchinesischen Meer zu einem Beinahe-Zusammenstoß auf hoher See. Die "USS Chancellorville" – ein Raketenkreuzer der Ticonderoga-Klasse – und der U-Boot-Jäger "Admiral Winogradow" – ein Zerstörer der Udaloy-Klasse – kamen sich extrem nahe, weil kein Schiff den Kurs ändern wollte.

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Erwartungsgemäß werfen sich Moskau und Washington gegenseitig unprofessionelles Verhalten vor. Da die Kriegsschiffe keinen Transponder benutzen, der ständig Kurs, Position und Geschwindigkeit übermittelt, ist es Außenstehenden kaum möglich, die Vorgeschichte des Beinahe-Zusammenstoßes zu klären.

Gegenseitige Vorwürfe

Die Russen behaupten, die "USS Chancellorsville" habe plötzlich den Kurs geändert, um unmittelbar vor der "Admiral Winogradow" deren Kurs zu kreuzen, daraufhin habe das russische Schiff ein Notmanöver durchführen müssen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. So sei es zu der Annäherung gekommen.

Die USA hingegen werfen der russischen Marine fehlende Professionalität und "unsichere Aktivitäten auf See" vor. Ihrer Darstellung nach hat die "Admiral Winogradow" den Kurs geändert. Der Sprecher der Siebten US-Flotte sagte, dass das russische Schiff sich dem US-Kreuzer auf 15-30 Metern näherte und kurz davor war, es zu rammen.

Als Rückfall in den Kalten Krieg schätzt Kapitän Dmitri Litowkin den Vorfall gegenüber Portal "Russland Beyond" ein. "Es ist reine Aggression, genau wie in Zeiten des Kalten Krieges, als Konfliktsituationen aus dem Nichts entstanden sind. Die Schiffe befanden sich auf einem direkten Kurs, eine unverhohlene Provokation." Das vorliegende Filmmaterial sage wenig über die "Schuld" an dem Vorfall aus, da es nur den Moment der größten Annäherung zeige,

Über 600 Mann Besatzung

Die "USS Chancellorsville" ist das mächtigere Schiff des beiden. Der Kreuzer ist 173 Meter lang und ist unter anderem mit zwei Hubschraubern und Raketen- und Torpedostartern bewaffnet. Das russische Schiff der Udaloy-Klasse ist etwa um ein Drittel kleiner und die Bewaffnung richtet sich im Wesentlichen gegen U-Boote. Beide Schiffe befanden sich nicht in militärischer Alarmbereitschaft.Die Videos zeigen russische Matrosen beim Sonnenbaden auf dem hinteren Deck. Ein Zusammenprall bei voller Fahrt hätte ernste Folgen haben können, sowohl für die mehr als 600 Matrosen an Bord der Schiffe als auch für das Verhältnis von USA und Russland.

2018 kam es zu einem ähnlichen Vorfall zwischen Kriegsschiffen der USA und Chinas. Die "USS Decatur" und der chinesische Zerstörer "Lanzhou" fuhren in der Nähe der umstrittenen Spratly Inseln. Die Schiffe näherten sich auf 41 Metern. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, änderte der Kommandant der "Decatur" den Kurs.

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