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Klimaaktivisten treten in "Durststreik"

dw.com-Logo dw.com 25.09.2021 dw.com

Die beiden verbliebenen Hungerstreikenden im Berliner Regierungsviertel nehmen nun auch keine Flüssigkeiten mehr zu sich. Die zwei Klimaaktivisten wollen damit explizit SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz unter Druck setzen.

© Jörg Carstensen/dpa/picture alliance

Ihr Hungerstreik wird zum "Durststreik": Sie würden solange keine Flüssigkeit zu sich nehmen, bis SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zusichere, dass er als nächster Regierungschef umgehend den Klimanotstand in Deutschland ausrufe, erklärten der 21-jährige Henning Jeschke und die 24-jährige Lea Bonasera. Ihre Forderung richte sich an Scholz, weil er "mit großer Wahrscheinlichkeit" der nächste Bundeskanzler sein werde.

Ohne Flüssigkeit drohen binnen weniger Tage ernste gesundheitliche Folgen bis hin zum Tod. Da beide Hungerstreikende bereits geschwächt sind, können kritische Zustände deutlich schneller eintreten. Für solche Fälle ist nach Angaben von Betreuern für medizinische Hilfe gesorgt.

"Katastrophe verhindern"


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Deutschland sei als weltweit viertgrößte Industrienation einer der Hauptverantwortlichen für die Klimakrise, sagte Jeschke. Was gerade passiere, laufe nach wissenschaftlichen Modellen auf einen Kipppunkt im Klimasystem hinaus. "Damit können wir uns nicht abfinden." Auch Bonasera betonte: "Wir müssen die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um eine Katastrophe zu verhindern."

In dieser Woche war bereits ein erstes Ultimatum der ursprünglich siebenköpfigen Gruppe verstrichen. Die Klimaaktivisten hatten gefordert, dass sich die Kanzlerkandidaten von SPD, CDU/CSU und Grünen zu einem öffentlichen Gespräch mit ihnen treffen. Das lehnten Scholz, Armin Laschet und Annalena Baerbock ab. Sechs der Aktivisten hatten deshalb den am 30. August begonnenen Hungerstreik beendet. Bonasera war erst am vergangenen Montag zur Gruppe hinzugestoßen.

Gab auf mehrfache Nachfrage der Aktivisten keine Zusage, als Kanzler einen Klimanotstand auszurufen: Olaf Scholz © picture alliance/dpa Gab auf mehrfache Nachfrage der Aktivisten keine Zusage, als Kanzler einen Klimanotstand auszurufen: Olaf Scholz

Scholz erneuerte am Samstag sein Angebot, nach der Bundestagswahl ein Gespräch mit den Aktivisten zu führen. Zugleich forderte er die verbliebenen Hungerstreikenden abermals auf, "Ihr Leben zu schützen" und die Aktion umgehend abzubrechen.

"Ein legitimes Mittel"

Die Sprecherin der Bewegung "Fridays for Future", Carla Reemtsma, verteidigte den Hungerstreik in Berlin im Grundsatz. Jeder könne selbst darüber entscheiden, was ein legitimes Mittel des Protests sei, sagte Reemtsma. Die Klimabewegung stehe für dieselben Ziele ein, auch wenn "Fridays for Future" nicht dazu aufrufe, in den Hungerstreik zu treten.

wa/kle (epd, dpa, afp)

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