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Kommentar: Maaßen hat in der CDU nichts mehr verloren

Frankfurter Allgemeine Zeitung-Logo Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.01.2023 Jasper von Altenbockum
Ehemaliger Verfassungsschutz-Chef und aktuelles CDU-Mitglied: Hans-Georg Maaßen © dpa Ehemaliger Verfassungsschutz-Chef und aktuelles CDU-Mitglied: Hans-Georg Maaßen

Es war wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Hans-Georg Maaßen den Bogen überspannen würde. Es lag in der Konsequenz des Weges, den er nach seinem Ende als Präsident des Verfassungsschutzes eingeschlagen hatte. Er sah und sieht sich als ungerecht behandeltes Opfer, das auf seine vermeintlichen Peiniger als intellektuelle Pygmäen herabsieht.

Maaßens jüngste Äußerungen über einen angeblichen rot-grünen Rassismus und über Versuche, den alten weißen Mann durch arabische oder afrikanische Männer zu verdrängen, lässt sich nicht einmal mehr als Verschwörungstheorie bezeichnen. Rassismus-Vorwürfe mit Rassismus-Vorwürfen zu beantworten, ist nicht sehr glaubwürdig. Wenn man es auch noch so macht wie Maaßen, liegt es vielmehr nahe zu glauben, dass er den Rassismus-Vorwurf nur erhebt, um vom eigenen Rassismus abzulenken.

Es sind Gedanken eines Mannes, der sich mit abstrusen Phantasien und Übertreibungen in seiner Opfergemeinde interessant machen will. Aus der CDU tritt er nur deshalb nicht aus, weil er diese Rolle dann nicht mehr auskosten könnte. So sinkt er tiefer und tiefer.

Maaßen will der CDU schaden

Die Frage für die CDU ist, wie tief sie mit Maaßen noch sinken will. Sie sollte keine Nachsicht mehr zeigen. Konnte sie bisher noch Rücksicht nehmen auf Stimmen, die Maaßen für einen unangepassten Außenseiter hielten, muss sie sich jetzt eingestehen, dass da ein CDU-Mitglied es darauf anlegt, der Partei zu schaden, um sich selbst zu profilieren. So war das auch mit Max Otte, der am Ende gar für die AfD kandidierte.

Das Parteiausschlussverfahren ist deshalb unausweichlich. Maaßen hat damit, was er wollte. Mit seiner Ansicht, jetzt werde eine Kampagne gegen ihn losgetreten, um zu verhindern, dass er Vorsitzender der „Werteunion“ wird, überschätzt Maaßen sich selbst und die „Werteunion“.

Dem Verein ist es so ergangen, wie es der CDU nicht passieren darf. Er hat die Vernachlässigung des rechten Spektrums dadurch aufhalten wollen, dass er sich dem rechten Rand anpasste. Weder hat das etwas mit „Werten“ zu tun, noch mit der Union.

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