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Kroatien wählt im Schatten von Corona

dw.com-Logo dw.com 05.07.2020 dw.com

Die regierenden Konservativen in Kroatien hatten sich für die vorgezogene Parlamentswahl starkgemacht - nicht zuletzt wegen der eher glimpflich verlaufenden Corona-Pandemie. Doch die Rechnung dürfte nicht ganz aufgehen.

Hat der Regierungschef und HDZ-Vorsitzende Andrej Plenkovic sich verschätzt? © picture-alliance/P. Macek Hat der Regierungschef und HDZ-Vorsitzende Andrej Plenkovic sich verschätzt?

Ministerpräsident Andrej Plenkovic von der regierenden konservativen Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ) hofft bei der Parlamentswahl an diesem Sonntag auf Aufwind in der Wählergunst. Sind doch die Corona-Zahlen mit offiziell knapp 3100 Infizierten und 113 COVID-19-Todesopfern in dem Adriastaat vergleichsweise moderat. Allerdings nahm zuletzt die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus wieder zu.

Das wirkt sich auch auf das Prozedere bei der Abstimmung über die 140 Parlamentssitze aus. Die Wähler sollen nun bei der Stimmabgabe einen Mund-Nasen-Schutz tragen und ihren eigenen Stift mitbringen, um den Wahlzettel auszufüllen. Stimmberechtigt sind 3,8 Millionen Kroaten.

Er könnte künftig mehr Einfluss haben - der Folksänger und Chef der rechtsgerichteten Heimatbewegung, Miroslav Skoro © picture-alliance/AP/S. Kavic Er könnte künftig mehr Einfluss haben - der Folksänger und Chef der rechtsgerichteten Heimatbewegung, Miroslav Skoro

Umfragen gehen von einem engen Rennen zwischen den Konservativen und dem Oppositionsbündnis des Sozialdemokraten Davor Bernardic aus. Zuletzt lagen die Sozialdemokraten (SDP) knapp vor der HDZ. Keine der beiden Parteien dürfte eine absolute Mehrheit erreichen. In diesem Fall könnte die neue ultra-nationalistische Heimatbewegung des Musikers Miroslav Skoro bei der Bildung einer Regierungskoalition eine Rolle spielen.

Kroatien vermisst die Touristen

Auf das neue Kabinett warten schwierige Aufgaben. Dem stark vom Tourismus abhängigen EU-Land steht wegen der Corona-Pandemie eine schwere Rezession bevor. Der Fremdenverkehr erwirtschaftet "in normalen Zeiten" bis zu 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts. In diesem Jahr könnte die Branche gerade mal auf 30 Prozent der Übernachtungszahlen und 20 Prozent des Umsatzes von 2019 kommen, wie Nedo Pinezic, der Koordinator des Wirtschaftsverbandes Glas Poduzetnika (Stimme der Unternehmer) schätzt. Wirtschaftsforscher befürchten, dass Kroatiens Volkswirtschaft deshalb im laufenden Jahr um neun bis zwölf Prozent schrumpfen wird.

se/cw (dpa, afp)

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