Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Kurioses Streitgespräch im ZDF: Moderatorin lässt Verkehrsminister kalt auflaufen

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier vor 5 Tagen berliner-kurier
Marietta Slomka im Gespräch mit Verkehrsminister Andreas Scheuer. © ZDF Marietta Slomka im Gespräch mit Verkehrsminister Andreas Scheuer.

Verkehrsminister Andreas Scheuer hat sich in der Diesel-Affäre mit der Automobilindustrie auf einen Kompromiss geeinigt: Fahrer von älteren Fahrzeugen können bis zu 3000 Euro für eine Katalysator-Nachrüstung bekommen.

Im ZDF-„heute journal“ vom Donnerstag präsentierte der Minister dies als „erfreuliche Lösung“ – doch Moderatorin Slomka wollte sich damit nicht zufriedengeben.

Wie sieht der Kompromiss aus?

Mehr als fünf Stunden haben Verkehrsminister Scheuer und die deutschen Autobauer in der Diesel-Krise verhandelt und dann einen Kompromiss vorgelegt.

Doch der stößt auf breite Kritik. Scheuers Kompromiss sieht vor, dass nach den bereits vorgesehen Umtauschaktionen für ältere Diesel 3000 Euro pro Auto für Hardware-Nachrüstungen gezahlt werden sollen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Seehofer prüft Disziplinarverfahren gegen Maaßen

 Doch nicht alle deutschen Autobauer wollen sich an diesem Angebot zur Nachrüstung beteiligen – BMW lehnte ab. Und das Angebot soll auch nur für Dieselhalter in den am stärksten luftverschmutzten Städten gelten.

Slomka und Scheuer liefern sich Streitgespräch

Im ZDF-„heute journal“ verteidigte der Minister das Ergebnis – in einem hitzigen Streitgespräch mit Moderatorin Marietta Slomka. Die wies darauf hin, dass Scheuer selbst gegen Nachrüstungen gewesen sei. Woher sein Umdenken denn plötzlich komme.

Scheuer erklärte, es habe einen Koalitionsbeschluss gegeben. Den habe er umgesetzt – „mit einem erfreulichen konkreten Ergebnis“. Slomka kritisierte, es könne aber Jahre dauern, bis es Nachrüstungsmodule gebe – das habe er selbst gesagt.

Bundesregierung trage keine Schuld – sagt Scheuer

Scheuer betonte, daran habe aber nicht die Bundesregierung Schuld. Und das untermauerte er mit einem kuriosen Argument: Keiner seiner Beamten sitze schließlich im Keller des Verkehrsministerums und schraube Hardware-Nachrüstungsteile zusammen. Die müssten schon von den Autoherstellern kommen.

Slomka: „Hätte man ja schon vor drei Jahren sagen können: Passt mal auf“

Slomka parierte: „Naja, Sie sollen ja jetzt auch nicht selber im Ministerium irgendwas schrauben, sondern Sie wissen seit Jahren im Ministerium, dass es dieses Problem gibt und Sie waren derjenige, der das bisher eigentlich eher gebremst hat, dieses ganze Thema Hardwarenachrüstung. Hätte man ja schon vor drei Jahren sagen können: Passt mal auf, so sehen unsere Genehmigungsverfahren aus und jetzt macht mal.“

Scheuer unterstrich, er setze weiter vor allem auf die Umtauschaktionen. Der jetzt erzielte Kompromiss sei aber „eine positive Botschaft“. Slomka ließ das so nicht stehen – wenn sie sich beispielsweise in München vor fünf Jahren einen Diesel gekauft und dafür ordentlich gezahlt habe, nutze ihr auch eine Umtauschprämie nichts: „Für drei-, viertausend Euro kriegt man keinen Neuwagen.“

Erneut überraschte Scheuer mit seiner Antwort: „Frau Slomka, dann gehen wir beide mal zum Autohändler und schauen, welche Möglichkeiten es da gibt.“ Doch die Moderatorin beharrte darauf: Wer gerade für 30.000 Euro einen Wagen gekauft habe, könne mit der Prämie nicht einen noch teureren kaufen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei „Focus Online“

Mehr auf MSN

NÄCHSTES
NÄCHSTES

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Berliner Kurier

Berliner Kurier
Berliner Kurier
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon