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Lafontaine soll eine Fusion von Linke und SPD befürworten

WELT-Logo WELT vor 6 Tagen
Oskar Lafontaine soll schon lange für eine Vereinigung von Linke und SPD werben Quelle: pa/Eventpress/Müller-Stauffenberg © pa/Eventpress/Müller-Stauffenberg Oskar Lafontaine soll schon lange für eine Vereinigung von Linke und SPD werben Quelle: pa/Eventpress/Müller-Stauffenberg

In internen Gesprächen soll sich Oskar Lafontaine für eine Vereinigung beider Parteien aussprechen. Es fehle allerdings das passende Personal. Aus der eigenen Partei kommen sowohl Zuspruch als auch Gegenwind.

Der ehemalige Vorsitzende der SPD und spätere Mitbegründer der Linkspartei Oskar Lafontaine hält Berichten zufolge eine Fusion von SPD und Linkspartei für notwendig. Lafontaine vertrete die Position in internen Gesprächen bereits seit längerem, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter Berufung auf das Umfeld des 75-Jährigen. Allerdings vermisse Lafontaine in beiden Parteien das Personal, das eine Fusion realisieren könnte.

Oskar Lafontaine soll schon lange für eine Vereinigung von Linke und SPD werben © pa/Eventpress/Müller-Stauffenberg Oskar Lafontaine soll schon lange für eine Vereinigung von Linke und SPD werben

Der Vorsitzende der Internationalen Kommission der Linken und langjährige Lafontaine-Vertraute Heinz Bierbaum sagte dem RND, als früherer SPD-Chef bedaure Lafontaine den Zustand der Partei. „Deshalb liegen solche Überlegungen bei ihm sehr nahe.“

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Lafontaine habe zunächst mit der parteiübergreifenden Bewegung „Aufstehen“ versucht, auf die Sozialdemokratie einzuwirken. „Das hat nicht so geklappt, wie er sich das vorgestellt hat. Aber er wird an diesem Gedenken festhalten“, sagte Bierbaum.

Bierbaum selbst sagte, er könne sich einen Zusammenschluss „gut vorstellen“. Allerdings sehe er „gegenwärtig noch nicht die politischen Bedingungen dafür“. Eine Vereinigung käme „jetzt viel zu früh“. Zunächst müsste sich die SPD programmatisch und auch in der praktischen Politik deutlich bewegen.

Der einstige Linksparteichef Klaus Ernst zeigte sich ebenfalls offen für eine Fusion. „Langfristig kann man gar nichts ausschließen“, erklärte er gegenüber dem RND. „Wenn die Sozialdemokratie wieder sozialdemokratisch würde, dann könnte und müsste man auch wieder darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, zwei Parteien in demselben Spektrum zu haben.“ Zunächst müssten aber die Sozialdemokraten ihren Kurs festlegen.

Die Bedenken der Sahra Wagenknecht

Kritisch äußerte sich die Linksfraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht: „Wenn man die SPD, von der die Wähler aktuell nicht wissen, wofür sie eigentlich steht, mit der heutigen Linken, in der wichtige Strategiefragen ebenfalls ungeklärt sind, einfach zusammenwirft, kommt ganz sicher kein Erfolgsprojekt heraus“, erklärte sie gegenüber dem RND.

„Wenn die SPD ihre tiefe Krise für einen echten Neuanfang nutzt und statt für Agenda 2010 und GroKo in Zukunft wieder glaubwürdiger für sozialen Ausgleich und die Unabhängigkeit von Wirtschafts- und Rüstungslobbyisten steht, wird sie auch das Vertrauen ihrer Wähler zurückgewinnen“, so Wagenknecht weiter. „Dann kann man über vieles nachdenken."

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