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Luftalarm in gesamter Ukraine

WELT-Logo WELT 29.11.2022
27.11.2022, Ukraine, Borodjanka: Die Nationalflagge der Ukraine steht vor einem zerstörten Gebäude. Der belgische Premierminister De Croo und die belgische Außenministerin Lahbib besuchten am 26.11.22 unangekündigt die ukrainische Hauptstadt Kiew, um zusätzliche belgische Unterstützung in Höhe von mehreren Millionen Euro anzukündigen. Foto: Pool Philip Reynaers/BELGA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa/Pool Philip Reynaers © dpa/Pool Philip Reynaers 27.11.2022, Ukraine, Borodjanka: Die Nationalflagge der Ukraine steht vor einem zerstörten Gebäude. Der belgische Premierminister De Croo und die belgische Außenministerin Lahbib besuchten am 26.11.22 unangekündigt die ukrainische Hauptstadt Kiew, um zusätzliche belgische Unterstützung in Höhe von mehreren Millionen Euro anzukündigen. Foto: Pool Philip Reynaers/BELGA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa/Pool Philip Reynaers

In der gesamten Ukraine herrschte Luftalarm: Russland hat nach ukrainischen Angaben in der Nacht zum Dienstag sieben Regionen im Osten und Süden der Ukraine angegriffen. Das russische Militär habe dabei Raketen, Drohnen und schwere Artillerie eingesetzt, sagte der Vizechef des Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko. Mindestens ein Zivilist sei getötet worden, zwei weitere seien verletzt worden.

Tymoschenko sagte weiter, dass in der besonders hart umkämpften Stadt Cherson im Süden der Strom für 24 Prozent der Bewohner wieder hergestellt worden sei.

Zahlreiche Bewohner Kiews rüsteten sich derweil bei bitterer Kälte für die nächsten Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Hauptstadt. Das Schlimmste sei die Ungewissheit, ob Russland einfach wieder angreife, sobald die Schäden der letzten Angriffe repariert seien, sagte die 71-jährige Wanda Bronyslawawina, die am Dienstag Zuflucht in einem der sogenannten „Punkte der Unzerstörbarkeit“ suchte.

Die Stadtverwaltung hat mehrere hundert solcher Orte eingerichtet, wo Bewohner, die keinen Strom, keine Heizung oder kein Wasser haben, sich aufwärmen, etwas essen oder ihre Handys laden können. „Ich hatte zwei Tage lang keinen Strom“, sagte Bronyslawawina. „Jetzt gibt es nur ein bisschen Strom und kein Gas.“

In der Region Luhansk rückten ukrainische Soldaten weiter in Richtung der russischen Verteidigungslinien vor, sagte Gouverneur Serhij Hajdaj im Fernsehen. Der hereinbrechende Winter mache die Situation im Kampfgebiet aber sehr schwierig, räumte er ein.

Die Ukraine hatte bereits am Montag davor gewarnt, dass Russland eine neue Angriffswelle auf die Energie-Infrastruktur des Landes vorbereite. Nach Angaben einer Armeesprecherin wurde kürzlich ein russisches Kriegsschiff mit Raketen an Bord ins Schwarze Meer verlegt. „Dies deutet darauf hin, dass Vorbereitungen im Gange sind“, erklärte die Sprecherin. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Beginn der Woche von einem solchen Angriff geprägt sein wird.“

Die aktuelle Situation in der Ukraine Quelle: Infografik WELT © Infografik WELT Die aktuelle Situation in der Ukraine Quelle: Infografik WELT

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warb derweil für die Lieferung zusätzlicher Flugabwehrsysteme an die Ukraine. Er erwarte, dass von den Bündnispartnern die Botschaft komme, dass man mehr tun müsse, sagte der Norweger am Dienstag zum Auftakt von Beratungen mit den Nato-Außenministern in Bukarest.

Dabei gehe es darum, der Ukraine bei der Reparatur zerstörter Infrastruktur wie Strom- und Gasnetz zu helfen, aber auch um mehr Luftverteidigungssysteme. Zudem müsse sichergestellt werde, dass es für gelieferte Systeme genügend Munition und Ersatzteile gebe.

Russland greife nun zivile Ziele und Städte an, weil es keine Geländegewinne mehr mache und verhindern wolle, dass die Ukraine weitere Gebiete befreie. Bereits am Freitag hatte der Nato-Generalsekretär deutlich gemacht, dass für ihn auch eine Lieferung von deutschen Patriot-Flugabwehrsystemen in die Ukraine nicht tabu wäre. Deutschland hatte zuvor Polen Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot zur Sicherung des polnischen Luftraums angeboten. Warschau regte dann aber eine Verlegung direkt ins Nachbarland an.

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