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Mehr als 60 Tote und 180 Verletzte bei Anschlag auf Hochzeitsfeier in Kabul

AFP-LogoAFP 18.08.2019 afp.com
Bei einem Selbstmordanschlag auf eine von hunderten Gästen besuchte Hochzeitsfeier in Kabul sind mindestens 63 Menschen getötet worden. Es war der blutigste Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Monaten. © Wakil KOHSAR Bei einem Selbstmordanschlag auf eine von hunderten Gästen besuchte Hochzeitsfeier in Kabul sind mindestens 63 Menschen getötet worden. Es war der blutigste Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Monaten.

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsfeier in Kabul sind am Samstagabend mindestens 63 Menschen getötet worden. 182 weitere Menschen wurden nach Angaben des afghanischen Innenministeriums verletzt, als sich der Attentäter inmitten von hunderten Hochzeitsgästen in die Luft sprengte. Es war der blutigste Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Monaten. Zunächst bekannte sich niemand dazu.

Der Attentäter sprengte sich am späten Abend in einem Hochzeitssaal im Westen Kabuls in die Luft. Vom Innenministerium veröffentlichte Fotos zeigten Leichen und zerrissene Kleidungsstücke in dem festlich geschmückten Saal. Die radikalislamischen Taliban, die derzeit mit den USA über einen Friedensvertrag für das Krisenland sowie einen teilweisen Abzug von US-Truppen verhandeln, stritten jegliche Verantwortung ab.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani bezeichnete die Tat als "barbarische Attacke", Regierungschef Abdullah Abdullah sprach von einem "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Auch das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den "entsetzlichen" Anschlag. Die Gewalt in Afghanistan müsse aufhören.

Das Brautpaar überlebte den Anschlag auf die Hochzeitsfeier. Der Bräutigam sagte dem Lokalsender Tolo News, er habe dabei zusehen müssen, wie seine Gäste, die er erst wenige Stunden zuvor lächelnd begrüßt hatte, tot aus dem Festsaal getragen wurden. Der Anschlag habe sein "Glück in Trauer verwandelt".

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"Ich habe meinen Bruder, meine Freunde, meine Verwandten verloren. Ich werde mein Leben lang nie wieder glücklich sein", sagte der Bräutigam. Auch seine Frau stehe noch bunter Schock und falle immer wieder in Ohnmacht. Ein Hochzeitsgast sagte zu Tolo News, das Brautpaar habe rund 1200 Gäste zu der Feier eingeladen.

Der Hochzeitsgast Mohammed Farhag war nach eigenen Angaben gerade im Bereich für die Frauen, als die Explosion den Männerbereich des Saals erschütterte. "Alle rannten schreiend und weinend nach draußen", sagte Farhag der Nachrichtenagentur AFP. "Etwa 20 Minuten lang war die Halle voller Rauch. Fast alle im Männerbereich sind entweder tot oder verletzt." Auch zwei Stunden nach dem Anschlag seien immer noch Leichen aus der Halle gebracht worden. Unter den Verletzten seien auch Frauen und Kinder.

In Afghanistan werden Hochzeiten meist aufwendig mit Hunderten oder gar Tausenden von Gästen in großen Festsälen gefeiert. Immer wieder werden Hochzeitsfeiern das Ziel von Anschlägen. Am 12. Juli wurden sechs Menschen getötet, als sich ein Selbstmordattentäter bei einer Feier in der Provinz Nangarhar in die Luft sprengte. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Die USA, die vor fast 18 Jahren in Afghanistan einmarschiert waren, verhandeln seit einem Jahr mit den Taliban. Vor der Festlegung auf einen Abzug ihrer Soldaten verlangt die US-Regierung von den Taliban mehrere Zusagen, darunter Sicherheitsgarantien, einen Waffenstillstand und den Beginn eines Dialogs mit der afghanischen Regierung.

US-Präsident Donald Trump hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2016 versprochen, die US-Soldaten iin seiner Amtszeit aus Afghanistan zurückzuholen. Derzeit sind dort rund 14.000 Soldaten der Vereinigten Staaten stationiert.

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