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"Merkel ist ein Glück für das Land"

WELT-Logo WELT 25.04.2018
Am 12. April 2018 feierte Joschka Fischer seinen 70. Geburtstag © dpa/Soeren Stache Am 12. April 2018 feierte Joschka Fischer seinen 70. Geburtstag

Der Grünen-Politiker und ehemalige Außenminister Joschka Fischer hat sich in einem Interview begeistert von Kanzlerin Angela Merkel gezeigt. Sie habe in den vergangenen Jahren "gewaltig gelernt", sagte er.

Der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in höchsten Tönen gelobt. "Sie hat gewaltig gelernt mit den Jahren und ist eigentlich ein Glück für das Land", sagte Fischer dem "Stern", in dem der 70-Jährige auf sieben Jahrzehnte Bundesrepublik und seine Nähe und Distanz zu diesem Staat zurückblickte.

Fischer hatte bereits im März in einem WELT-Interview die Entscheidung Merkels für offene Grenzen 2015 verteidigt. Doch der Grüne sah auch schwere Fehler im Krisenmanagement der Kanzlerin, die bei den Deutschen für Angst gesorgt hätten.

Fischer, heute Mitglied im Präsidium der Gesellschaft für die Vereinten Nationen und gelegentlicher Schreiber von Gastbeiträgen in Zeitungen, ging dabei auch äußerst kritisch mit seiner Zunft um: "Sie haben in der Politik mit vielen Idioten zu tun und werden selbst von vielen als Idiot oder sogar Ober-Idiot angesehen." Fischer bestritt, dass er sich 1998 als Außenminister auf dem Zenit seiner politischen Laufbahn gefühlt habe. "Ich wollte nicht Außenminister werden. Ich bin es nur geworden, weil ich wollte, dass die Grünen regieren."

Fischer schildert auch ausführlich, wie er in den 1970er-Jahren als Taxifahrer in Frankfurt fürs Leben gelernt habe. "Im Taxi habe ich erkannt, dass der Mensch von extremer Ambivalenz ist: großmütig und hundsgemein in einem." Er sei ja oft verhöhnt worden: "Das Einzige, was er hat, ist 'n Taxischein. Stimmt. Bin ich stolz drauf."

"Highway to hell"

Gefragt, ob er als selbst ernannter letzter Live-Rock-'n'-Roller der Politik sein Lebensgefühl in einem Song ausdrücken könnte, berichtete Fischer von seiner inneren Zerrissenheit, um sich dann für "Highway to Hell" zu entscheiden: "Als guter Messdiener war ich immer für ,Stairway to Heaven'.

Aber in der theologischen Abbildung fand ich die Hölle natürlich stets viel interessanter als die Aussicht, in einem langen, weißen Nachthemd ewig Halleluja zu singen. Das ist auf die Dauer ein bisschen öde. In der Hölle schien mehr los zu sein."

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