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Milliardeninvestitionen und Gasgeschäfte

Eines der reichsten Länder der Welt setzt auf die Bundesrepublik: Katar will seine Investitionen in Deutschland in den nächsten fünf Jahren um zehn Milliarden Euro aufstocken. Das kündigte der Emir des Golfstaats, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani, auf einem Wirtschaftsforum in Berlin an. "Wir sind stolz auf unsere Beziehungen und auf die Zusammenarbeit mit Deutschland", sagte er in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Gleichzeitig lud der Emir deutsche Unternehmen ein, in Katar zu investieren. Merkel begrüßte die Investitionsbereitschaft des Emirats. "Das freut uns sehr", sagte die Kanzlerin. Die wirtschaftlichen Beziehungen seien aber keine Einbahnstraße. Sie sehe auch gute Chancen für den Ausbau deutscher Investitionen in Infrastruktur und Industrie in Katar. "Besonders der Energiebereich birgt hier aus meiner Sicht noch erhebliches Potenzial", sagte Merkel und nannte vor allem die Produktion von Flüssiggas. Katar ist bereits der größte Exporteur von Flüssiggas und will seine Förderkapazitäten weiter ausbauen. Handelsware Flüssiggas "Flüssiggas trägt auch zur Diversifizierung der Gasbezugsquellen bei und dient damit auch der Versorgungssicherheit", betonte Merkel vor dem Hintergrund der Debatte mit den USA und osteuropäischen Ländern über einen Ausbau der Gasbezüge aus Russland. Das deutsche Gasnetz sei bereits an die LNG-Importterminals in den Nachbarländern Niederlande, Belgien und Polen angeschlossen, ergänzte die Kanzlerin. Zugleich betonte Merkel aber, dass die Entscheidungen im Energiesektor letztlich ohne die Politik fielen. "Deutsche Unternehmen entscheiden über ihren Gasbezug natürlich nach wirtschaftlichen Kriterien." Die Aussagen richten sich auch gegen das Drängen von US-Präsident Donald Trump, dass die Europäer amerikanisches LNG-Gas kaufen sollten. Dieses ist aber teurer als etwa russisches Gas, das durch Pipelines nach Westeuropa kommt. Blockade und Kritik Der Golfstaat Katar wiederum befindet sich seit mehr als einem Jahr in einem Konflikt unter anderem mit Saudi-Arabien. Im Juni des vergangenen Jahres hatten die Führung in Riad sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten ihre Beziehungen zu Katar abgebrochen, weil sie dem Emirat die Unterstützung von Terroristen und zu enge Beziehungen zu Saudi-Arabiens Erzfeind Iran vorwerfen. Die Führung in Doha weist die Anschuldigungen zurück. 2022 findet die Fußballweltmeisterschaft in Katar statt. Das Emirat wurde wegen der Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen wiederholt von Menschenrechtsorganisationen kritisiert. AR/se (dpa, rtr, afp)
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