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Nach Khashoggi-Mord: Emmanuel Macron besucht Kronprinz von Saudi-Arabien

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 04.12.2021 Isabel Metzger

Drei Jahre nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi reiste Frankreichs Präsident nun als erster westlicher Regierungschef wieder nach Saudi-Arabien. Er habe auch kritische Themen offen angesprochen, sagte Macron.

© - / dpa

Erstmals seit der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 hat der französische Präsident Emmanuel Macron als erster westlicher Staatschef wieder Saudi-Arabien besucht. Macron traf sich am Samstag in der Hafenstadt Dschidda zu Gesprächen mit dem saudischen Kronprinzen und faktischen Herrscher Mohammed bin Salman. Er ist damit der erste westliche Staats- oder Regierungschef, der die Monarchie seit der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 bereist. Der in Riad geplante G20-Gipfel vor einem Jahr hatte wegen der Coronapandemie nur virtuell stattgefunden.

Die US-Regierung hatte im Februar einen Geheimdienstbericht veröffentlicht, in dem es hieß, Salman sei in die Ermordung Khashoggis verwickelt. Der Kronprinz bestreitet dies. Khashoggi war im Oktober 2018 im saudi-arabischen Konsulat in der türkischen Stadt Istanbul verschwunden. Später stellte sich heraus, dass er von einem Spezialkommando ermordet wurde. Seine Leiche ist bis heute verschwunden. Khashoggi hatte von den USA aus Meinungsbeiträge in der »Washington Post« veröffentlicht, die Salman kritisierten.

Macron versicherte nach Informationen der Deutschen Presseagentur nach dem Treffen, auch kritische Themen offen angesprochen zu haben. »Wir haben über alles geredet, ohne irgendein Tabu«, sagte Macron vor seiner Abreise. »Wir haben natürlich die Frage der Menschenrechte ansprechen können. Das war ein direkter und hoffentlich wirkungsvoller Austausch. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob wir bei dem Thema vorankommen.« Ob der Mord an Khashoggi direkt zur Sprache kam, sagte Macron nicht.

Macron hatte am Freitag Vorwürfe zurückgewiesen, er legitimiere den Kronprinzen. Vielmehr könnten die diversen Krisen in der Region nicht dadurch gelöst werden, dass Saudi-Arabien ignoriert werde. Macron hält das Land für unverzichtbar, um ein regionales Friedensabkommen mit dem Iran abzuschließen. Auch ist das Königreich aus Sicht Macrons ein Verbündeter im Kampf gegen islamistische Extremisten. Frankreich ist einer der wichtigsten Waffenlieferanten Saudi-Arabiens.

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