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Nigel Farage: Brexit-Vorkämpfer kehrt der Politik den Rücken – mal wieder

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 07.03.2021 Markus Böhm

Nigel Farage zählt zu den bekanntesten britischen Politikern, vor allem wegen seines Engagements für den Brexit. Jetzt gibt er den Vorsitz seiner Partei Reform UK ab – und setzt auf soziale Medien.

© Rob Stothard / Getty Images

Der Brexit-Vorkämpfer und EU-Gegner Nigel Farage zieht sich nach eigenen Angaben aus dem politischen Tagesgeschäft zurück. Er gebe den Vorsitz seiner Partei Reform UK ab, sagte der 56-Jährige im »The Telegraph«-Podcast »Chopper's Politics«. Neuer Parteivorsitzender wird nun Richard Tice.

»Der Brexit ist geschafft, das wird nicht zurückgenommen«, sagte Farage. Der ehemalige Chef der Ukip (United Kingdom Independence Party) gilt als treibende Kraft hinter dem EU-Austritt Großbritanniens und als einer der einflussreichsten britischen Politiker der letzten Jahre.

»Ich weiß, dass ich schon ein- oder zweimal zurückgekommen bin, als die Leute dachten, dass ich weg bin«, merkte Farage selbst an. Diesmal aber sei es anders: »Es ist vollbracht. Es ist vorbei.« Zugleich betonte Farage in dem Podcast aber auch, dass er noch nicht in den Ruhestand gehe. Über Medien und soziale Netzwerke wolle er sich weiter in politische und gesellschaftliche Debatten einmischen.

Den EU-Austritt sieht er als sein Lebenswerk

Der ehemalige Europaparlamentarier hatte bereits im Anschluss an das Brexit-Referendum 2016 seinen Rückzug aus der Politik erklärt. Er wolle sein Leben zurück, sagte Farage damals. Ein Jahr zuvor hatte der Politiker auch schon einmal seinen Rücktritt als Ukip-Chef angekündigt, kurz darauf änderte er jedoch seine Meinung.

Auch Farages Rückzug aus der Politik nach dem Brexit-Referendum war nicht von Dauer. 2019 gründete er die Brexit-Partei, die mittlerweile Reform UK heißt. Die Partei wurde nur wenige Monate später aus dem Stand stärkste Kraft in Großbritannien bei den Wahlen zum EU-Parlament. Das erhöhte den Druck auf die konservative Regierung, einen harten Kurs bei den Brexit-Verhandlungen einzuschlagen.

Farage schlug immer wieder Alarm, wenn er befürchtete, der Brexit könne nicht hart genug ausfallen. Den EU-Austritt betrachtet er als sein Lebenswerk. Zum Jahreswechsel ist Großbritannien endgültig aus dem Binnenmarkt und der Zollunion ausgetreten.

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