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OB-Wahl in Tübingen: Grünen-Politikerin macht Boris Palmer Konkurrenz

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 23.10.2021

Im Herbst 2022 wird in Tübingen ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Ulrike Baumgärtner bietet sich als Kandidatin für die Rathausspitze an.

Die Lokalpolitikerin Ulrike Baumgärtner (Bündnis 90/Die Grünen) © Foto: dpa/Bernd Weißbrod Die Lokalpolitikerin Ulrike Baumgärtner (Bündnis 90/Die Grünen)

Boris Palmer, amtierender Bürgermeister von Tübingen und Provokateur der Grünen, könnte nun Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommen. Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, hat sich Ulrike Baumgärtner nur wenige Tage nach der Entscheidung der Tübinger Grünen, den nächsten Kandidaten zur Oberbürgermeister-Wahl in einer Urwahl zu bestimmen, angeboten. Die Bewerbungsphase soll bis zum 28. Februar andauern. Im März sollen sich die Kandidaten vorstellen.

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Für den Mitgliederentscheid hatte sich eine große Mehrheit der Tübinger Grünen ausgesprochen. Damit stellt die Partei eine neuerliche Kandidatur des seit 2007 amtierenden Oberbürgermeisters Boris Palmer infrage.


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Baumgärtner ist Ortsvorsteherin im Tübinger Stadtteil Weilheim und kündigte am Samstag an, sich um Palmers Stelle bewerben zu wollen, berichten die „Stuttgarter Nachrichten“ weiter. „Ich kenne aus eigener Tätigkeit die Abläufe in Verwaltungen und habe Erfahrung im Führen und Zusammenführen von Menschen“, so die 42-Jährige.

Baumgärtner werbe in ihrem Bewerbungsschreiben für ein „möglichst parteiübergreifendes Bündnis“, mit dem sie „ein neues Kapitel sozial-ökologischer Kommunalpolitik in Tübingen“ aufschlagen will, heißt es. „Ich bin davon überzeugt. Politik geht auch anders“.

Der derzeitige Rathauschef Palmer hat sich zu all dem noch nicht geäußert. Ungewiss bleibt also vorerst, ob er zur OB-Wahl im Herbst 2022 für eine dritte Amtszeit antreten wird.

Palmer fiel in der Vergangenheit immer wieder durch provokante Äußerungen, die nicht im Einklang mit Positionen seiner Partei standen, bundesweit auf. Zuletzt sorgte er im Mai mit ein Facebook-Eintrag mit rassistischer Wortwahl für Aufregung, mit dem er auf den Fußballspieler Daniel Aogo reagierte. Daraufhin beschloss die Landespartei ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn.

Ob er sich einem Mitgliederentscheid stellen wird, dürfte wohl auch vom Ausgang des Parteiausschlussverfahrens abhängen. Palmer wird dabei vom ehemaligen Grünen-Politiker Rezzo Schlauch anwaltlich vertreten. (Tsp mit AFP)

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