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"Pandemie verliert (2021) ihren Schrecken"

dw.com-Logo dw.com 30.11.2020 dw.com

Der Kanzleramtschef blickt in der Corona-Krise optimistisch auf das kommende Jahr. Bayerns Ministerpräsident mahnt derweil eine weitere Maßnahmen-"Vertiefung" an. Und der Regierungschef von NRW fordert neue Konzepte.

Arbeitete früher am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM): Helge Braun © Michael Kappeler/dpa/picture alliance Arbeitete früher am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM): Helge Braun

"Die Pandemie verliert im nächsten Jahr ihren Schrecken", prophezeit Kanzleramtsminister Helge Braun. "Wir müssen als Gesellschaft den Dezember und die Monate bis zum März durchhalten mit Einhaltung der AHA-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen, Anm. d. Red.) und der Reduzierung unserer Kontakte. Wo das nicht reicht, sind Einschnitte unvermeidbar. Dann kommen der Frühling und hoffentlich auch der Impfstoff", sagte der christdemokratische Spitzenpolitiker dem "Handelsblatt" (Ausgabe vom Montag).

Es sei in Deutschland gelungen, das exponentielle Wachstum der Infektionszahlen auf einem Niveau zu stoppen, das das Gesundheitssystem fordere, aber gerade noch nicht überfordere. 400 Tote pro Tag seien jedoch zu viel, betonte Braun.

Kurzfristige Maßnahmen


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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder appellierte an die anderen Bundesländer, konsequent schärfere Maßnahmen in Hotspot-Regionen umzusetzen. Ansonsten habe man keine Chance, die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland wieder zu senken. Bundesregierung und Bundesländer müssten zudem vor Weihnachten klären, ob nicht doch zusätzliche Beschränkungen auch mit Blick auf Silvester nötig seien. In zwei Wochen müsse man sagen, ob man aus "Verlängerung und Vertiefung ein Mehr an Vertiefen" mache, so Söder wörtlich.

"Empört" zeigte sich der CSU-Chef darüber, dass in Deutschland zu wenig über Corona-Tote geredet werde. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe in den Beratungen mit den Ministerpräsidenten kürzlich gesagt, dass Corona in diesem Jahr die dritthäufigste Todesursache in Deutschland werden dürfte. In Bayern verzeichne man sechsmal so viele Corona- wie Verkehrstote, merkte Söder an.

Markus Söder - inmitten von Armin Laschet (bei einer Buch-Präsentation Ende September) © Britta Pedersen/dpa/picture alliance Markus Söder - inmitten von Armin Laschet (bei einer Buch-Präsentation Ende September)

Langfristige Perspektiven

Sein Kollege Armin Laschet, Regierungschef des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, forderte neue Corona-Konzepte ab Januar. "Noch ein weiteres Jahr wie dieses halten Gesellschaft und Wirtschaft nicht durch", sagte Laschet der "Rheinischen Post" (Montag). Ab Januar müssten "kluge Konzepte langfristige Perspektiven für ein Leben mit der Pandemie ermöglichen. Mit der Zulassung des Impfstoffs sind diese Konzepte auch realistisch", so der NRW-Ministerpräsident, der sich um das Amt des CDU-Vorsitzenden bewirbt.

Laschet ergänzte: "Wir können nicht auf Dauer alles schließen, und der Staat bezahlt Monat für Monat Milliarden-Ausfälle. Ab dem neuen Jahr wird ein neues Modell nötig sein. Dauerhafte Schließungen und anschließende Ausgleichszahlungen machen den Staat auf Dauer kaputt."

wa/ml (dpa, rtr)

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