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Protest gegen Namenskompromiss in Nordgriechenland

Hunderte Vermummte hatten sich aus der zunächst friedlichen Kundgebung mehrerer Tausend Menschen gelöst. Sie warfen Steine und andere Gegenstände auf die Polizei. Diese ging mit Tränengas, Blendgranaten und Schlagstöcken vor, um die Randalierer auseinander zu treiben. Viele Demonstranten flohen vor der Gewalt. Rund 6000 Menschen hatten sich zu Protesten gegen die Politik von Ministerpräsident Alexis Tsipras versammelt. Sie kritisierten dessen Sparpolitik und die hohe Arbeitslosigkeit. "Wir wollen Jobs und nicht endlose Steuern", hieß es auf Transparenten. Andere demonstrierten gegen den Kompromiss im jahrelangen Streit um den Staatsnamen Mazedoniens. Sie skandierten nationalistische und rechtsextreme Sprüche: "Mazedonien ist nur griechisch", riefen sie. Zu der Kundgebung hatten konservative, nationalistische und auch rechtsextreme Organisationen aufgerufen. Griechenland und Mazedonien hatten am 17. Juni eine Vereinbarung zur Beilegung des seit gut einem Vierteljahrhundert andauernden Streits um den Namen Mazedonien unterzeichnet. Danach soll die ehemalige jugoslawische Teilrepublik künftig Nord-Mazedonien heißen und sich damit von der nordgriechischen Provinz Mazedonien (griechisch: Makedonia) und der hellenischen Antike unterscheiden. Als Gegenleistung will Athen den Weg des Landes zur NATO und in die EU nicht länger blockieren. Dazu soll am 30. September in Mazedonien eine Volksabstimmung stattfinden. Danach muss das Parlament in Skopje eine Verfassungsänderung mit dem neuen Namen billigen. Erst danach soll das griechische Parlament das Abkommen ratifizieren. Regierungschef Tsipras will am Abend eine Handelsmesse in Thessaloniki eröffnen. Dabei will er seine Pläne für die künftige Wirtschafts- und Sozialpolitik darlegen. Zuvor hatte er zusammen mit US-Handelsminister Wilbur Ross den amerikanischen Pavillon auf der Messe besucht. Die USA sind dieses Jahr Ehrengast der Messe. Ross teilte mit, zahlreiche US-Unternehmen seien bereit, in Griechenland zu investieren. In griechischen Medien hieß es, US-Unternehmen hätten bereits Interesse für den Kauf von zwei griechischen Werften geäußert. Nach acht Jahren Spar- und Hilfsprogrammen war Griechenland am 20. August aus den Finanz-Hilfsprogrammen entlassen worden. Das Land muss sich in den kommenden Jahren nun wieder aus eigener Kraft finanzieren. uh/sam ( dpa, rtr)
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