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Rückzug als Parteichefin: Kein Mitleid mit Theresa May

stern-Logo stern 24.05.2019 Michael Streck
Theresa May fiel die Ankündigung ihres Rückzugs sichtlich schwer. Die vergangenen Monate und das Brexit-Chaos zehrten an den Nerven der Premierministerin © AFP/by Tolga Akmen Theresa May fiel die Ankündigung ihres Rückzugs sichtlich schwer. Die vergangenen Monate und das Brexit-Chaos zehrten an den Nerven der Premierministerin

Theresa May gibt den Parteivorsitz ab - und bald auch das Amt der Regierungschefin. Der Rückzug fällt ihr schwer - aber sie scheiterte vor allem an eigenen Fehlern und wird in die Geschichte eingehen - als einer der schwächsten Premierminister in der Geschichte Großbritanniens.

Ganz am Ende stockte Theresa May die Stimme, sie war den Tränen nahe, sie sprach davon, dass sie ihr Amt geliebt habe. Und das kam auch ehrlich rüber. Ihr größtes Problem war, dass dieses Amt in dieser Zeit zu groß war für sie.

May ist gescheitert. An der Dimension der Aufgabe. Aber vor allem an sich selbst. Ihr Scheitern begann mit einer Rede vor knapp zweieinhalb Jahren, als sie völlig ohne Not ihren extrem rigiden Fahr- und Zeitplan für den Brexit vorlegte, den 29. März 2019 als Austrittsdatum festlegte – und sich fortan an diesen Parametern messen lassen musste. Sie blieb stur auf Kurs. Selbst als sich abzeichnete, dass der in eine Sackgasse führen würde.

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Der Brexit ist größer als das Amt des Premierministers. Das hat May entweder unterschätzt oder ignoriert. Der Brexit hätte von vornherein parteiübergreifende Gespräche verlangt. Als May das nach einer Reihe von krachenden Pleiten im Unterhaus endlich klar wurde und sie die Opposition an den Tisch bat, war es zu spät.

All das hätte vermieden werden können. Insofern: kein Mitleid mit Theresa May.

Theresa May ist so ganz anders als Maggie Thatcher

Sie wird in die Geschichte eingehen. Als zweite Frau in Downing Street nach Maggie Thatcher. Vor allem aber als einer der schwächsten Premierminister in der Geschichte dieser stolzen Nation.

Die große Frage ist nun, wer sie beerbt. Vieles deutet auf Boris Johnson hin, der an der Parteibasis die größte Zustimmung besitzt.

Es könnte also noch schlimmer kommen.

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