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Salman Rushdie nach Messerangriff auf dem Weg der Besserung

DW-Logo DW 15.08.2022 dw.com

Positive Nachrichten: Nach dem Messeranschlag auf den Schriftsteller Rushdie muss dieser nicht mehr künstlich beatmet werden. Er kann auch wieder sprechen. Der mutmaßliche Attentäter erklärt sich für nicht schuldig.

Die brutale Messerattacke auf den Schriftsteller Salman Rushdie hat international Entsetzen ausgelöst © Alexandre Marchi/MAXPPP/dpa/picture alliance Die brutale Messerattacke auf den Schriftsteller Salman Rushdie hat international Entsetzen ausgelöst

Während die Welt weiter um den britisch-indischen Autor bangt, scheint es Salman Rushdie etwas besser zu gehen. Der 75-Jährige wurde in einer Klinik in Erie in Pennsylvania notoperiert, wird aber nicht mehr künstlich beatmet. Inzwischen begann er wieder zu sprechen, wie sein Literaturagent Andrew Wylie der Zeitung "New York Times" sagte. Rushdie werde wahrscheinlich ein Auge verlieren. Außerdem seien Nervenstränge in seinem Arm durchtrennt und seine Leber geschädigt worden. Der Angreifer habe bei der Attacke am Freitag zehn Mal auf den Autor der "Satanische Verse" eingestochen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Ermittler. Der Mann traf Rushdie mehrfach in Hals und Bauch. Der "Washington Post" sagte Wylie am Sonntag: "Der Weg zur Genesung hat begonnen." Rushdies Verletzungen seien schwer, aber sein Gesundheitszustand entwickele sich in die richtige Richtung.

Das Motiv des Angreifers bleibt vorerst im Dunkeln. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um den 24-Jährigen Hadi M. aus Fairfield im Bundesstaat New Jersey. Er sitzt wegen versuchten Mordes zweiten Grades und Körperverletzung zweiten Grades in Untersuchungshaft, ohne dass derzeit eine Möglichkeit zur Freilassung gegen Kaution besteht. Mord zweiten Grades ist ein eigenständiger Tatbestand im US-Rechtssystem. Er kann im Bundesstaat New York mit jahrelangen Haftstrafen belegt werden. Der Verdächtige erklärte sich derweil vor einem New Yorker Gericht für nicht schuldig.

Mitglieder der UN-Friedenstruppe UNIFIL und der libanesischen Armee am Samstag auf dem Hauptplatz des südlibanesischen Grenzdorfs Yaroun - hier sollen die Eltern des mutmaßlichen Attentäters leben © Mahmoud Zayyat/AFP Mitglieder der UN-Friedenstruppe UNIFIL und der libanesischen Armee am Samstag auf dem Hauptplatz des südlibanesischen Grenzdorfs Yaroun - hier sollen die Eltern des mutmaßlichen Attentäters leben

Die Familie von M. stammt offenbar aus einem Dorf im Süden des Libanon. Der junge Mann hatte sich auf der Bühne eines Kulturzentrums der Kleinstadt Chautauqua auf den britisch-indischen Autor gestürzt und ihm mehrfach in Hals und Bauch gestochen. Nachdem er von Zuschauern überwältigt worden war, hatte ihn ein anwesender Polizist festgenommen.

Entsetzen im Westen...


Video: Messerangriff auf Schriftsteller Autor Salman Rushdie (AFP)

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Die brutale Messerattacke löst großes Entsetzen aus. UN-Generalsekretär António Guterres, der britische Premierminister Boris Johnson sowie Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron verurteilten einhellig die Attacke. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von einer "abscheulichen Tat" und würdigte Rushdies Einsatz für die Meinungsfreiheit: "Die Welt braucht Menschen wie Sie, die sich vom Hass nicht einschüchtern lassen und furchtlos für die Meinungsfreiheit eintreten."

Während Hadi M. von der Bühne eskortiert wurde, kämpfen Helfer um das Leben von Salman Rushdie © AP Während Hadi M. von der Bühne eskortiert wurde, kämpfen Helfer um das Leben von Salman Rushdie

Ähnlich äußerte sich Joe Biden. Der US-Präsident pries Rushdies "Weigerung, sich einschüchtern oder zum Schweigen bringen zu lassen". Rushdie wird seit Jahrzehnten von religiösen Fanatikern verfolgt. Wegen seines Werks "Die satanischen Verse" aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini zur Tötung des Autors aufgefordert.

Auch der Schriftstellerverband PEN in Deutschland hat erneut seine Solidarität mit dem angegriffenen Autor bekundet. "Als Zeichen unserer Solidarität mit diesem mutigen Kämpfer für die Freiheit des Wortes ernennt das Präsidium des PEN-Zentrums Deutschland Salman Rushdie zum Ehrenmitglied", sagte Claudia Guderian, Generalsekretärin des PEN Deutschland.

...Jubel im Iran

Ganz anders die Stimmen aus dem Iran: Die ultra-konservative iranische Zeitung "Kayhan" feierte nach dem Messerangriff den Täter als "mutigen Mann", der dem "lasterhaften" Rushdie "den Hals mit einem Messer aufgerissen" habe. Andere Medien im Iran äußerten sich ähnlich. Auch in Pakistan gab es Unterstützungsbekundungen für den Angreifer.

Iran weist Verstrickung in Angriff auf Salman Rushdie zurück

Die iranische Regierung macht Rushdie selbst und dessen Anhänger für den Angriff verantwortlich. Meinungsfreiheit rechtfertige nicht Rushdies Beleidigungen von Religion in seinen Werken, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Nasser Kanaani. Über den Angreifer von Rushdie habe er nur die Informationen, die den Medien zu entnehmen seien. "Es gibt keine Verbindung zwischen dem Iran und dem Täter", ergänzte er.

kle/se/rb/ack/bru/pg (AFP, AP, dpa, rtr)

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