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Russlands Überfall auf die Ukraine: »Der Krieg hätte schon vorbei sein können«

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 12.08.2022 Olaf Heuser

Deutschland liefert zwar inzwischen Waffen nach Kiew – aber viel zu spät und viel zu wenige, sagt Marina Weisband. Sie vermutet, dass diese Zögerlichkeit Optionen offen lassen soll.

© Hermann Bredehorst

Entweder die Ukraine gewinnt. Oder Russland verliert.

Auf den ersten Blick wirken beide Szenarien für ein aus westlicher Sicht positives Kriegsende ähnlich, fast deckungsgleich. Folgt man Marina Weisbands Argumentation, unterscheiden sie sich erheblich, weil eine Niederlage Russlands nach einem langen Krieg einen deutlich schwächeren Aggressor zurücklässt, als ein schneller Sieg der Ukraine. Und so dafür sorgen könnte, dass Russland auf lange Zeit einen deutlich geringeren Machtfaktor für künftige Verhandlungen darstellt. Diese Zielvorgabe hält Weisband für einen ebenso großen Fehler wie die deutsche Politik hinsichtlich Russland und der Ukraine.

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»Wenn Putin uns das Gas abdreht, könnten wir sagen, Okay, dann schicken wir noch 120 Leoparden in die Ukraine«, sagt sie. »Oder man könnte tun, was wir tun. Und das ist die Sanktionen aufweichen. Und wenn wir so reagieren, dann lohnt es sich natürlich für Putin, uns das Gas abzudrehen. Er müsste ja dumm sein, das nicht zu tun. Wir geben ihm also die direkte Motivation, uns zu schaden. Wir geben ihm das Heft des Handelns in die Hand«.

Marina Weisband wirft Deutschland vor, die Waffenlieferungen der EU aus eigenen Motiven verzögert zu haben und sieht insbesondere Bundeskanzler Olaf Scholz in der Kritik.

»Er ist im Moment der wichtigste Mensch in Deutschland und der politisch mächtigste. Und ich habe jedes Recht, als Bürgerin beider Staaten, die ich bin, maßlos enttäuscht zu sein«, befindet sie. »Selbst wenn Deutschland sich jetzt gerade auch berappelt und anscheinend ja doch irgendwas schickt. Aber wir haben so viele wertvolle Monate verloren. Der Krieg hätte schon vorbei sein können«.

Welche Motive das sein könnten, warum sie auch eine grundlegende Reform des Uno-Sicherheitsrates fordert und weshalb sie das russische Narrativ als faschistisch bezeichnet, das erzählt Marina Weisband in dieser Episode des SPIEGEL-Auslandspodcasts »Acht Milliarden«.

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