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Südkorea bietet Nordkorea Gespräche an

dw.com-Logo dw.com 17.07.2017

Angesichts der jüngsten Drohgebärden schlägt Südkorea dem verfeindeten Nachbarn Militärgespräche vor. Auch über Familienzusammenführungen könnte gesprochen werden. Die EU droht Nordkorea derweil mit weiteren Sanktionen.

Südkorea schlägt ein Treffen am Grenzübergang Panmunjom vor, wo sich Soldaten beider Länder direkt gegenüber stehen © picture-alliance/Yonhap Südkorea schlägt ein Treffen am Grenzübergang Panmunjom vor, wo sich Soldaten beider Länder direkt gegenüber stehen

Erst herrschte fast drei Jahre lang Funkstille. Nun soll alles ganz schnell gehen. Ein erstes Gespräch über militärische Fragen könnte bereits am Freitag im Grenzort Panmunjom stattfinden, heißt es in einem Vorschlag des südkoreanischen Verteidigungsministeriums. Ziel sei ein "Ende der Feindseligkeiten", nachdem Nordkorea zuletzt mehrere Raketen- und Atomwaffentests durchgeführt hatte.

"Wir schlagen ein Treffen vor, mit dem die feindseligen Aktivitäten beendet werden sollen, die die militärischen Spannungen entlang der Landgrenze verschärfen", hieß es weiter aus der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Der Sinnenswandel hängt offenbar mit dem Wechsel an der Spitze des Landes zusammen. Der im Mai gewählte Präsident Moon Jae In spricht sich für einen Dialog mit dem Norden aus, um die Spannungen zwischen den beiden Ländern abzubauen.

Nordkorea solle auf die "aufrichtigen Vorschläge" aus dem Süden reagieren, wenn es wirklich Frieden auf der koreanischen Halbinsel anstrebe, erklärte der südkoreanische Verteidigungsminister Cho Myoung Gyon. Die Regierung in Seoul strebe weder den Zusammenbruch Nordkoreas noch eine Wiedervereinigung durch Übernahme des Nordens an. Er forderte die Führung in Pjöngjang auf, die grenzüberschreitenden Kommunikationswege einschließlich einer Hotline zu militärischen Fragen wieder verstärkt zu nutzen.

Aber auch über humanitäre Projekte könnte bald intensiver gesprochen werden. Dazu schlug der südkoreanische Rot-Kreuz-Verband der nordkoreanischen Seite Gespräche am 1. August vor. Darin solle es um neue Begegnungen zwischen Familien gehen, die durch den Korea- Krieg von 1950 bis 1953 auseinandergerissen wurden. Da nach dem Koreakrieg kein Friedensvertrag abgeschlossen wurde, blieben Millionen Koreaner über Jahrzehnte von ihren Angehörigen getrennt. In Südkorea leben inzwischen nur noch etwa 60.000 Menschen, die zu den seit 1953 getrennten Familien gehören.

Von europäischer Seite wurden Nordkorea unterdessen neue Sanktionen angedroht. Bei einem Außenministertreffen in Brüssel fiel der Beschluss, zusätzliche Reaktionen auf das Nuklear- und Raketenprogramm der kommunistischen Führung in Pjöngjang zu prüfen. Aktionen wie der Start einer Interkontinentalrakete am 4. Juli stellten eine ernsthafte Bedrohung für Frieden und Sicherheit in der Welt dar, so die Minister. Nach Angaben der Diplomaten können zusätzliche Sanktionen unter anderem darauf abzielen, wirtschaftliche Aktivitäten von nordkoreanischen Auslandsvertretungen zu verhindern. Es wird befürchtet, dass diese auch dazu dienen, Devisen für das Atomprogramm zu beschaffen.

djo/hk (afp, dpa)

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