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Schlechter Verlierer: Merz und sein vergiftetes Angebot an die CDU-Parteispitze

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 18.01.2021 Kristina Dunz, Daniela Vates und Eva Quadbeck
Friedrich Merz beim CDU-Parteitag © afp Friedrich Merz beim CDU-Parteitag

Die Enttäuschung im Merz-Lager ist riesig. Zum Teil allerdings auch über den Wunschkandidaten. Gar nicht mal, weil er, der gute Rhetoriker, wieder keine besonders gute Rede gehalten hat. Sondern, weil sich Merz erneut als schlechter Verlierer erweist. Ein Déjà-vu. Noch in den endenden Parteitag hinein setzt Merz einen Tweet ab.

Er habe Laschet „angeboten“, in die jetzige Bundesregierung einzutreten und „das Bundeswirtschaftsministerium zu übernehmen“, schreibt der Merkel-Kritiker. Das irritiert selbst Merz-Fans. Ein Wahlverlierer „bietet“ dem Gewinner an, er möge Druck auf des Verlierers Erzfeindin, die Kanzlerin, machen, damit diese ihren Vertrauten, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, zugunsten ihres Widersachers rausschmeiße. Ein vergiftetes Angebot.

„Sauerei“, sagt einer, der Merz gewählt hat. „Unprofessionell“, sagt ein anderer. Das sei nicht nur die erwartbare Kampfansage an Merkel – exakt wie 2018. Sondern auch an den neuen Parteichef. Dabei hätten sie sich doch alle versprochen, nach der Wahl zusammenzustehen. Eigentlich müsste Laschet gleich ein Machtwort sprechen. Das nimmt ihm aber Merkel ab. Sie lässt wissen: Für Merz bestehe kein Bedarf im Kabinett.

Viele im konservativen Lager hoffen inständig, dass Merz sich in ein Team einbinden lässt. Dafür brauche er nur auch Teamgeist, sagt Niedersachsens CDU-Chef und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann dem RND. Der Vorstoß zur Übernahme eines Ministerpostens wirke „recht schräg“. Es entstehe der Eindruck, es gehe ihm mehr um seine Person.

Tilman Kuban, der Vorsitzende der Jungen Union, die sich in einer Mitgliederbefragung klar für Merz ausgesprochen hatte, berichtet von einigen Parteiaustritten nach der Wahl, die beim JU-Bundesverband eingegangen seien. „Es gibt eine gewisse Enttäuschung an der Basis“, sagt er dem RND. Er habe für Merz gekämpft.

Laschet attackierte Merz scharf in seiner Rede

Aber: „Ich werde jetzt mit der gleichen Leidenschaft für den Zusammenhalt der Partei und Armin Laschet werben.“ Er kündigt an: „Ich werde jeden Einzelnen, der uns aus Enttäuschung den Rücken kehren möchte, anrufen und dafür werben, der CDU und der Jungen Union treu zu bleiben.“

Wichtig sei, dass Laschet den Themen, für die Merz stehe, einen hohen Stellenwert einräume: Digitales und Innovation, Wirtschaftskompetenz und eine starke Außenpolitik. Hier bestehe eine große Sehnsucht in der Union.

Wie groß, das zeigt das knappe Wahlergebnis. Ob Laschet seine Fähigkeit zum Brückenbauen bei Merz anwenden kann, gilt als ungewiss. In seiner Rede hatte er Merz scharf attackiert.

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