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Schwarz-Grün bedeutet das Ende der alten CSU

SZ.de-Logo SZ.de 12.09.2018 Kommentar von Lisa Schnell
Eine mögliche Koalition mit den Grünen würde Markus Söder und seiner CSU einiges abverlangen. © Getty Images Eine mögliche Koalition mit den Grünen würde Markus Söder und seiner CSU einiges abverlangen.

Eine solche Koalition würde am Selbstverständnis der Partei rütteln, was bei den Christsozialen kaum jemand akzeptieren kann.

Auf ihrem Parteitag im Mai wurden die Grünen noch belächelt, als sie vom Mitregieren träumten. Die CSU stand bei 41 Prozent in den Umfragen, eine bürgerliche Koalition mit FDP oder den Freien Wählern schien möglich. Jetzt ist der CSU das Lachen vergangen. Seit Monaten kommt sie in Umfragen nicht mehr an die 40 Prozent heran. Dem Gedankenspiel von Schwarz-Grün kann sie sich nicht mehr verwehren.

Es ist ausgerechnet die AfD, die so ein Bündnis ermöglichen könnte. Sie nimmt dem bürgerlichen Lager so viele Stimmen, dass es für ein Zweier-Bündnis aus CSU und FW oder mit der FDP nicht reichen könnte. Eine Koalition zu dritt aber ist wenig attraktiv. Für die CSU würde das bedeuten: Sie müsste mehr Kabinettsposten abgeben und zum Regieren noch mehr Abstimmungen vornehmen. Ein Bündnis mit der SPD erscheint mit einem Blick auf die lähmende Wirkung der großen Koalition im Bund ebenso unerfreulich.

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Schwarz-Grün dagegen wäre der frische Wind, den sich viele Wähler laut Umfragen zu wünschen scheinen. Es wäre die Chance für einen modernen Konservatismus, wie er in Baden-Württemberg gewachsen ist, ein Spiegelbild Bayerns, das vielfältiger geworden ist. Gerade bei gesellschaftspolitischen Themen wie dem Frauenbild, aber auch in der Integrationspolitik oder dem Umweltschutz würden die Grünen die CSU in einer Weise ergänzen, wie es auch dem Wunsch von Liberal-Konservativen entspricht.

Schwieriger dürften Verhandlungen bei der Inneren Sicherheit und der Landwirtschaft werden. Die Grünen aber sind kompromissbereit und Markus Söder ist wandlungsfähig, wenn es um die Macht geht.

Für die CSU wiegt ein anderes Argument schwerer: FW und AfD würden ihr vorhalten, dass sie dem konservativen Lager den Rücken gekehrt hat. Das Selbstverständnis der CSU, für eine bürgerliche Mehrheit zu sprechen, wäre dahin, die Wähler der AfD wären wohl verloren. Es wäre das Ende der alten CSU, das in der Partei kaum jemand akzeptieren kann. Andererseits: Ist die CSU so schwach, dass sie daran denken muss, mit den Grünen zu koalieren, ist das so oder so das Ende einer Ära.

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