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SPD vor Wahlkatastrophe – CDU zieht in Bremen davon

WELT-Logo WELT 21.05.2019
Seit 1945 ist Bremen in SPD-Händen. Der CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder will als erster Nichtsozialdemokrat der Nachkriegszeit Bremens Bürgermeister werden. Quelle: WELT / Christop Hipp © WELT / Christop Hipp Seit 1945 ist Bremen in SPD-Händen. Der CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder will als erster Nichtsozialdemokrat der Nachkriegszeit Bremens Bürgermeister werden. Quelle: WELT / Christop Hipp

Am Sonntag wählen die Bremer eine neue Bürgerschaft. Laut Insa-Umfrage muss sich die SPD dort auf massive Verluste einstellen, die Genossen fallen weiter hinter der CDU zurück. Der Wahlausgang könnte schwere Folgen für die Bundespartei haben.

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Bremen zieht die CDU der regierenden SPD in den Umfragen davon. Im Bremen-Trend des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild“-Zeitung (Mittwoch) liegt die oppositionelle CDU bei 28 Prozent, die SPD von Bürgermeister Carsten Sieling nur bei 23 Prozent. Ein solches Ergebnis bei der Wahl am kommenden Sonntag wäre für die SPD, die seit 73 Jahren ununterbrochen in der Hansestadt regiert, ein schwere Schlappe. Eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition wäre nicht möglich. Stattdessen könnte die CDU womöglich knapp mit den Grünen regieren.

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Laut Umfrage wären die Grünen mit 18 Prozent drittstärkste Kraft. Es folgen die Linke mit 11 Prozent und die FDP sowie die AfD mit je 6 Prozent. Auch bei Infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen lag die CDU vergangene Woche vorn – allerdings knapper: Bei Infratest 3 Prozent, bei der Forschungsgruppe 1,5 Prozent.

CDU und SPD könnten koalieren

Laut Insa wäre rechnerisch ein Bündnis aus CDU und SPD mit zusammen 51 Prozent möglich. Dies hat Regierungschef Sieling allerdings vor kurzem ausgeschlossen. Für Schwarz-Grün würde es knapp reichen (46 Prozent). Ansonsten kämen ein Bündnis von CDU, Grüne und FDP (52 Prozent) oder Rot-Rot-Grün (52 Prozent) infrage. Die Grünen hätten somit eine zentrale Position bei der Regierungsbildung.

Im Vergleich zur Wahl 2015 würde die SPD fast zehn Prozentpunkte einbüßen, damals hatten die Genossen 32,8 Prozent erreicht. Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder könnte sich um 5,6 Punkte steigern, damals waren es 22,4 Prozent. Der 58-jährige Software-Unternehmer ist erst seit einem Jahr in der CDU. Die in Bremen ohnehin starken Grünen würden knapp 3 Punkte zulegen (2015: 15,1 Prozent). Die Linke erreicht laut Umfrage eineinhalb Punkte mehr als vor vier Jahren. Die FDP würde etwas einbüßen (2015: 6,6 Prozent), die AfD nur knapp dazu gewinnen (2015: 5,5 Prozent).

Fährt die SPD schwere Verluste in Bremen ein, könnte das Parteichefin Andrea Nahles in Bedrängnis bringen © pa/dpa/Friso Gentsch Fährt die SPD schwere Verluste in Bremen ein, könnte das Parteichefin Andrea Nahles in Bedrängnis bringen

Bremen ist das kleinste deutsche Bundesland – und trotzdem könnte der Ausgang der Bürgerschaftswahl Folgen für die Bundespolitik haben. Fährt die SPD schwere Verluste bei der Europawahl und in ihrem Stammland Bremen ein, könnte das die Bundesspitze um Parteichefin Andrea Nahles in schwere Bedrängnis bringen. Die Bundes-SPD lag in jüngsten Umfragen nur noch bei 16 Prozent. Auch die große Koalition mit der Union könnte dann in Gefahr geraten.

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