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SWR-Reporterin bedrängt – CDU-Politiker fordern Hornungs Parteiaustritt

WELT-Logo WELT 24.10.2021
SWR-Reporterin Natalie Akbari wird auf dem CDU-Kreisparteitag in Mannheim von Thomas Hornung bedrängt. Quelle: SWR © SWR SWR-Reporterin Natalie Akbari wird auf dem CDU-Kreisparteitag in Mannheim von Thomas Hornung bedrängt. Quelle: SWR

Nach seinem Eingriff in eine TV-Live-Schalte vom Mannheimer CDU-Kreisparteitag fordern jetzt erste Politiker den Parteiaustritt des Stadtrats Thomas Hornung. Die CDU-Landtagsabgeordneten Tim Bückner aus Schwäbisch Gmünd und Winfried Mack aus Aalen (beide Ostalbkreis) riefen den ehemaligen Büroleiter des früheren Mannheimer Kreisvorsitzenden Nikolas Löbel auf, ihre Partei zu verlassen.

Hornung hatte am Freitagabend während einer Live-Schalte des Südwestrundfunks (SWR) zum CDU-Kreisparteitag in Mannheim die sprechende Reporterin Natalie Akbari so lange unterbrochen und kritisiert, bis diese den Beitrag abbrechen musste. Während er sein Vorgehen später verteidigte und der Journalistin vorwarf, durch das Interview eine Rede gestört zu haben, machte ihm nicht nur der SWR schwere Vorwürfe.

Der SWR wehrte sich gegen den Vorwurf. Der Platz sei der Reporterin zugewiesen worden - vom Veranstalter. „Das Verhalten eines Mannheimer CDU-Stadtrats offenbart ein Verständnis von Pressearbeit, das mit der grundgesetzlich verbrieften Freiheit der Berichterstattung nicht vereinbar ist“, sagte SWR-Chefredakteur Fritz Frey.

SWR-Reporterin Akbari erklärte in einer späteren Einblendung aus Mannheim, sie habe nach Hornungs Einwurf nicht mehr ausgewogen berichten können. „Das war tatsächlich eine sehr, sehr unangenehme Situation“, beschrieb sie die Momente des Streits.

„Es gibt rote Linien, deren Überschreitung nicht mit der Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei wie der CDU vereinbar ist“, sagte der Landtagsabgeordnete Bückner am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Statt Demut und Bescheidenheit zu zeigen, habe Hornung die Pressefreiheit eingeschränkt.

„Solche Angriffe müssen ja nicht immer körperlich sein“, sagte Bückner. „Und das war eine Szenerie, wie man sie bislang nur von Pegida-Demonstrationen kannte.“ Es sei wichtig, ein solches Verhalten zu unterbinden, „bevor es Schule macht“.

Thema der SWR-Schalte sollte die Aufarbeitung der Masken-Affäre des Ex-Bundestagsabgeordneten Löbel sein. Seine Firma soll Provisionen von rund 250.000 Euro kassiert haben, weil sie Kaufverträge über Corona-Schutzmasken zwischen einem baden-württembergischen Lieferanten und zwei Privatunternehmen in Heidelberg und Mannheim vermittelt hatte.

Nach heftiger Kritik war Löbel aus der CDU ausgetreten und hatte sich auch umgehend aus dem Parlament zurückgezogen. Hornung war damals Löbels Büroleiter.

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