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Türkei: Russen retten die Saison

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 12.08.2017 ksta
Touristen-Paradies Alanya © dpa-tmn Touristen-Paradies Alanya

In Antalya an der türkischen Riviera lacht nicht nur die Sonne. Auch die Hoteliers machen wieder zuversichtliche Gesichter. "Es geht wieder aufwärts", berichtet der Manager eines Vier-Sterne-Hotels. Waren im vergangenen Jahr um diese Zeit die Strände fast leer und viele Hotels geschlossen, belebt sich das Geschäft wieder. Fast 3,5 Millionen ausländische Urlauber kamen im Juni in die Türkei. Das waren immerhin 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit verstärkte sich der Aufschwung, der im April und Mai mit einem Zuwachs von rund 18 Prozent begonnen hatte.

Die Türkei erholt sich allmählich von der schwersten Tourismuskrise ihrer jüngeren Geschichte. Im vergangenen Jahr kam es für die Reisebranche knüppeldick: Eine Serie von Terroranschlägen, die Wirtschaftssanktionen des Kreml nach dem Abschuss eines russischen Bombers, der Putschversuch gegen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und dessen Tiraden gegen die Europäer vergraulten viele Gäste. Vor allem die Deutschen machten einen Bogen um die Türkei. Besuchten 2015 noch 5,6 Millionen Deutsche die Türkei, waren es 2016 fast zwei Millionen weniger.

Dass sich nun wieder mehr Betten füllen, verdanken die türkischen Hoteliers vor allem den russischen Urlaubern. Sie stürmen förmlich die türkischen Strände. Im ersten Halbjahr hat sich ihre Zahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verachtfacht. Vor allem Antalya, Kemer und Belek sind in diesem Sommer weitgehend in russischer Hand.

Davon profitiert auch der deutsche Flughafenkonzern Fraport, der zusammen mit einem türkischen Partner die Terminals am Flughafen Antalya betreibt. Im ersten Halbjahr stiegen die Fluggastzahlen gegenüber 2016 um 29 Prozent. Fast vier von zehn Passagieren kamen aus Russland. Fraport erwartet in diesem Jahr 24 Millionen Passagiere. Das wären deutlich mehr als die 19 Millionen Fluggäste des Vorjahres, allerdings immer noch weniger als im Rekordjahr 2015 mit 27,5 Millionen Passagieren.

Auch deutsche Touristen interessieren sich wieder für die Türkei. Bei Last-Minute-Buchungen sei das Land derzeit eines der meistgefragten Ziele, berichten Veranstalter - ungeachtet der politischen Spannungen und den warnenden Reisehinweisen des Auswärtigen Amts. Im ersten Halbjahr war von der Trendwende zumindest in Antalya allerdings noch nichts zu spüren: Die Zahl der Fluggäste aus Deutschland ging von Januar bis Juni noch einmal um 24 Prozent zurück. Gegenüber 2015 betrug der Rückgang sogar 46 Prozent.

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