Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Türkische Regierung kritisiert Urteil als "nicht zufriedenstellend"

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 11.07.2018 RP ONLINE

Ankara. In der Türkei ist der NSU-Prozess aufmerksam verfolgt worden. Das Urteil gegen Beate Zschäpe und die anderen Angeklagten wird von der Regierung in Ankara als "nicht zufriedenstellend" kritisiert.

Türkische Regierung kritisiert Urteil als "nicht zufriedenstellend" © Bereitgestellt von FZX Türkische Regierung kritisiert Urteil als "nicht zufriedenstellend"

Das Außenministerium in Ankara teilte am Mittwoch mit, die Türkei habe "zur Kenntnis genommen", dass die Hauptangeklagte Beate Zschäpe zu lebenslanger Haft und ihre Mitangeklagten ebenfalls zu langen Haftstrafen verurteilt worden seien. Das Urteil habe aber "bedauerlicherweise" nicht den gesamten Hintergrund der NSU-Mordserie aufgeklärt.

Mögliche Verbindungen der NSU-Täter zu einem "Staat im Staate" und zum Geheimdienst seien nicht aufgeklärt, die "wahren Schuldigen" seien nicht gefunden worden, kritisierte das Außenministerium. "Unter diesem Aspekt finden wir das Urteil nicht zufriedenstellend."

Mehr auf MSN

Verteidiger kündigen Revision gegen Urteil im NSU-Prozess an

Das Ministerium erinnerte zudem an das Versprechen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von 2012, in allen Fällen von ungelösten rassistischen und ausländerfeindlichen Morden die Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Dieses Versprechen sei "wichtig" gewesen, um das Vertrauen der türkischen Gemeinde in die deutschen Sicherheits- und Justizbehörden zu stärken. Die Türkei werde den Umgang mit dem NSU auch weiterhin "beobachten".

Nach einem mehr als fünf Jahre dauernden Mammutprozess hatte das Oberlandesgericht München Zschäpe am Mittwoch als Mittäterin an den Morden und Gewalttaten des rechtsextremen NSU zur Höchststrafe verurteilt. Das Gericht verhängte gegen die 43-Jährige unter anderem wegen zehnfachen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe und stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Vier als NSU-Helfer mitangeklagte Männer erhielten Haftstrafen zwischen zweieinhalb und zehn Jahren.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige

RP ONLINE

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon