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Türkische und US-Soldaten patrouillieren gemeinsam in Manbidsch

Wie die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Verteidigungsminister Hulusi Akar meldet, fand der gemeinsame Militäreinsatz der beiden NATO-Partner am Sadschur-Fluss zwischen Manbidsch und Dscharablus statt. Die Türkei hat die syrische Kurdenmiliz YPG bei zwei Offensiven aus der Region um Asas und der Region Afrin zurückgedrängt. Nach der Einnahme von Afrin im März drohte Recep Tayyip Erdogan auch mit einer Offensive auf die syrische Stadt Manbidsch westlich des Euphrat. Um die Situation zu entschärfen, vereinbarten die Türkei und die USA im Juni die Abhaltung "koordinierter" Patrouillen in Manbidsch. Sie sollen unter anderem helfen, Spannungen zwischen der Türkei und den USA zu reduzieren sowie Kämpfe verschiedener Rebellengruppen in der Gegend zu verhindern. Die Kurdenmiliz YPG hatte Manbidsch im August 2016 mit Unterstützung des US-Militärs von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) freigekämpft. Im Juni hatte die YPG-Führung mitgeteilt, dass sie die Ausbildung lokaler Kräfte abgeschlossen und "Militärberater" aus Manbidsch abgezogen habe. Der türkische Verteidigungsminister Akar warf der YPG nun aber vor, entgegen der Vereinbarung nicht aus Manbidsch abgerückt zu sein, sondern dort Schützengräben auszuheben. US-Regierung besorgt Der IS musste sich nach den militärischen Niederlagen in das Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Irak zurückziehen und kontrolliert nur noch kleinere Gebiete. Zuletzt gelang den Islamisten mit überraschenden Angriffen aber wieder die Rückeroberung einiger Ortschaften östlich des Flusses Euphrat. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums zeigte sich angesichts der Kämpfe besorgt. Man spreche mit allen Parteien, "um eine Eskalation zu verhindern und sich wieder auf die wichtigste Aufgabe zu besinnen: den IS zu besiegen", sagte Sean Robertson dem Nachrichtensender CNN. Der Kampf gegen die Islamisten sei noch nicht vorbei und bleibe weiterhin schwierig. Angesichts einer jüngsten Eskalation zwischen der Türkei und den syrischen Kurden will sich die internationale Koalition gegen die Dschihadistenmiliz IS als Vermittler einbringen. "Wir stehen im Kontakt mit der Türkei und den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), um eine Deeskalation der Situation zu erreichen", erklärte der Sprecher des US-geführten Bündnisses, Oberst Sean Ryan. Die US-Regierung hatte sich zuvor besorgt über türkische Angriffe auf kurdische Stellungen geäußert. Kampf gegen IS auf Eis gelegt Die SDF sind ein kurdisch-arabisches Bündnis, dessen Rückgrat die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bilden. Nach dem Beschuss von YPG-Stellungen nahe der nordsyrischen Grenzstadt Kobane durch die türkischen Streitkräfte in den vergangenen Tagen erklärte das SDF-Bündnis, seine Offensive gegen die IS-Miliz im Osten Syriens auszusetzen. Das von den USA unterstützte Bündnis belagert seit Wochen die IS-Bastion Hadschin, erlitt dort aber kürzlich einen schweren Rückschlag. Beim Beschuss von Stellungen der YPG-Miliz in der Gegend um Kobane seien vier YPG-Kämpfer getötet und sechs verletzt worden, meldete am Mittwoch die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Die YPG bestätigte den Artilleriebeschuss, nannte aber keine Opferzahlen. Der türkische Präsident Erdogan drohte bereits am Dienstag mit einer weiteren Offensive gegen das Gebiet östlich des Flusses Euphrat, das die YPG kontrolliert. Die Türkei betrachtet die YPG-Miliz wegen ihrer engen Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Bedrohung und will sie von der Grenze zurückdrängen. Die USA schätzen die YPG dagegen als schlagkräftigen Verbündeten im Kampf gegen die IS-Miliz und unterstützen sie trotz der Proteste ihres NATO-Partners Türkei mit Luftangriffen, Spezialkräften und Waffen. Die Kurdenmiliz war zum Beispiel maßgeblich an der Befreiung der ehemaligen IS-Hochburgen Al-Rakka und Dair as-Saur beteiligt. Während die Türkei PKK wie YPG als Terrororganisationen betrachtet, steht in der EU und in den USA nur die PKK auf der Terrorliste. kle/sti (afp, dpa)
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