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Tausende trauern nach Anschlag von Pittsburgh

Der Saal im Zentrum der US-amerikanischen Stadt Pittsburgh war viel zu klein für die Trauernden: Tausende verfolgten draußen im Regen die Übertragung der Trauerfeier, hunderte nahmen im Saal daran teil. Die Menschen hätten "elf Nachbarn verloren, und wir sind gekommen, um zu trauern", sagte Pittsburghs Bürgermeister Bill Peduto. Antisemitismus und Hass hätten keinen Platz in Pittsburgh. Am Samstag hatte ein 46-Jähriger in der "Tree of Life"-Synagoge das Feuer eröffnet und elf Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Das älteste Opfer war eine 97-Jährige, die Gemeindemitglieder als "liebenswürdige Dame" und "voller Energie" beschrieben. Vorwürfe an die Politik "Worte des Hasses sind in Pittsburgh nicht willkommen", mahnte Rabbi Jeffrey Myers in seiner Rede - und nahm dabei insbesondere Politiker in die Verantwortung. "Meine Damen und Herren, das muss mit Ihnen, unseren Politikern, beginnen. Hören Sie auf mit den Worten des Hasses." Ein offener Brief von jüdischen Vertretern aus Pittsburgh ist direkt an Präsident Donald Trump adressiert: "In den vergangenen drei Jahren haben Ihre Worte und Ihre Politik eine wachsende weiße nationalistische Bewegung ermutigt", heißt es darin. Der Angriff vom Samstag sei eine direkte Folge von Trumps "Einfluss". Trump hatte den Anschlag verurteilt und klargestellt, es dürfe "keine Toleranz für Antisemitismus" oder andere Formen des Hasses auf Religionen geben. Kritiker machen ihn wegen seiner aggressiven Rhetorik jedoch für eine fortschreitende Spaltung in den USA verantwortlich. Soziales Netzwerk geht offline Der mutmaßliche Täter Robert B. soll beim Betreten der Synagoge gerufen haben, alle Juden sollten sterben. Ihm werden auch antisemitische Posts im Internet zugeschrieben, unter anderem auf der Website Gab.com, die sich selbst als Alternative der "freien Meinungsäußerung" zu Twitter und Facebook bezeichnet. Das soziale Netzwerk ist unter Rechtsextremen beliebt, auch nach dem Anschlag von Pittsburgh gab es dort Hasskommentare. Der Provider, der die Domain der Seite verwaltet, gab dem Unternehmen 24 Stunden Zeit, zu einem anderen Anbieter zu wechseln, weil die Seite die Nutzungsbedingungen verletze, indem sie Inhalte bereitstelle, die "Hass gegen Menschen verbreiten und ermuntern". Auf Gab.com war eine kurze Mitteilung zu lesen, man stehe "unter Beschuss": "Wir wurden systematisch von App Stores, Hosting-Providern und mehreren Zahlungsdiensten ausgeschlossen." Der Online-Zahldienst PayPal hatte Gab.com ebenfalls gesperrt. Schütze kommt am Montag vor Gericht Dem mutmaßlichen Täter Robert B. droht die Todesstrafe: Die Anklage wirft ihm elffachen Einsatz einer Feuerwaffe zum Mord und weitere Straftaten vor. Er muss an diesem Montag vor Gericht erscheinen. Laut "New York Times" besitzt er insgesamt 21 Schusswaffen. Bei dem Attentat habe er ein Sturmgewehr und drei Handfeuerwaffen verwendet. Den Einsatzkräften gelang es, den Mann vor Ort zu überwältigen und festzunehmen. Präsident Trump hatte wenige Stunden nach der Tat gefordert, die Todesstrafe müsse effektiver als bisher vollstreckt werden. ehl/as (dpa, afp, rtr, epd)
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