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Trump macht sich über Deutsche lustig: „Angela, du musst deine Rechnungen bezahlen“

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 20.07.2019 mopo
Donald Trump wurde beim Wahlkampfauftritt in North Carolina von seinen Anhängern gefeiert. © AFP Donald Trump wurde beim Wahlkampfauftritt in North Carolina von seinen Anhängern gefeiert.

Es wird eine der spannendsten Wahlen in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika.

Am 3. November 2020 wählt die USA einen Präsidenten: Entweder wird der republikanische Amtsinhaber Donald Trump, der sich immer wieder heftiger Kritik ausgesetzt sieht, in eine zweite Amtszeit gewählt, oder das Amt geht zurück an die Demokraten, die zuletzt von 2009 bis 2017 in Barack Obama einen US-Präsidenten gestellt haben.

Donald Trump zieht über Deutsche und Angela Merkel her

Donald Trump weiß, wie er seine Anhänger überzeugt. Bei einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat North Carolina hat er nicht nur seine gute Arbeit als Präsident in den Vordergrund gerückt, sondern auch über sein Verhältnis zu Deutschland gesprochen. Dabei konnte er sich eine Spitze in Richtung der Deutschen und Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht verkneifen. Klar, schließlich hatte die Kanzlerin ihn jüngst für seine Attacken gegen Demokratinnen verurteilt (s. weiter unten).

„Es gibt eine aktuelle Umfrage: Die Deutschen mögen Obama mehr als Trump. Viel mehr“, sagt der US-Präsident. Schon jetzt erntet er viele Lacher aus dem Publikum. Dann fährt Trump fort:

„Ich sage: Natürlich! Weil ich sie ihre Rechnungen bezahlen lasse. Ich sage: ‚Ihr müsst zahlen!‘ Ich sage: ‚Angela, Angela, du musst bezahlen, Angela!‘ Obama würde dort eine Rede halten und gehen. Ich gehe hin, halte eine Rede und sage: ‚Lasst mich mit Angela reden. Angela, du musst deine Rechnungen bezahlen, du bist weit im Rückstand.‘“

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Donald Trump fordert schon seit längerem die Nato-Partner dazu auf, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Besonders Deutschland liegt jedoch ein ganzes Stück unter dem von Trump geforderten Niveau. Bis 2024 sollen diese Ausgaben eigentlich zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen. Laut Finanzplan soll die Quote 2023 aber nur bei 1,25 Prozent liegen. Die Bundesregierung hatte bis 2024 eigentlich einen Wert von 1,5 Prozent anvisiert.

Und so schließt der US-Präsident diesen Teil seiner Rede mit der Botschaft an seine Anhänger und alle Amerikaner: „Wenn ihr hört, dass sie mich mehr mögen, würde ich meinen Job nicht richtig machen.“

Trump kritisiert rassistische Sprechchöre, die er selbst angestachelt hat

US-Präsident Donald Trump hat eine Wahlkampfveranstaltung zu neuen Beleidigungen und Attacken gegen die Demokratin Ilhan Omar und drei ihrer Parteikolleginnen genutzt - und seine Anhänger damit zu Hasstiraden angestachelt.

Die Menge quittierte Trumps Worte bei einer Rede in Greenville (North Carolina) mit der Parole „Schickt sie zurück!“. Die Szene vom Mittwochabend (Ortszeit) sorgte für scharfe Kritik an dem Republikaner.

Trump erklärte bei seinem Auftritt, die vier Frauen würden beim Aufstieg einer militanten Linken helfen und die USA nicht lieben. Sie hätten nie etwas Gutes zu sagen, deswegen könnten sie gehen. Der Präsident nahm sich in der Rede jede der Frauen einzeln vor und attackierte dabei Omar ganz besonders, die als Kind mit ihrer Familie aus Somalia in die USA geflüchtet war. Der Präsident warf der 37-jährigen Muslimin vor, sich mehrfach antisemitisch geäußert zu haben. Das Publikum skandierte daraufhin: „Schickt sie zurück!“.

Trump hatte die vier Frauen in den vergangenen Tagen mehrfach aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen, wenn es ihnen in den USA nicht gefalle. Die Demokraten warfen ihm daraufhin Rassismus vor. Die vier Politikerinnen sind allesamt US-Staatsbürgerinnen mit Migrationshintergrund: Alexandria Ocasio-Cortez ist puerto-ricanischer Abstammung, geboren in New York; Rashida Tlaib ist Tochter palästinensischer Einwanderer, geboren in Detroit; Ayanna Pressley ist Afroamerikanerin, geboren in Chicago. Omar kam zwar in Somalia auf die Welt, wurde aber schon als Teenager in den USA eingebürgert.

Die Szene von Trumps Wahlkampfveranstaltung löste bei vielen Entsetzen aus. Das American Jewish Committee (AJC) schrieb auf Twitter: „Dieser entsetzliche Sprechchor macht Amerika nicht großartig. Er erinnert uns vielmehr auf unheimliche Weise an eine dunkle Zeit in der Geschichte unserer Nation.“

Die demokratische Senatorin und Präsidentschaftsbewerberin Kamala Harris erklärte, der Vorfall sei bösartig, feige, fremdenfeindlich, rassistisch und ziehe das Präsidentenamt in den Schmutz.

Omar selbst wählte als Replik auf Twitter eine klare Botschaft: „Ich bin da, wo ich hingehöre, im Haus des Volkes, und ihr werdet damit einfach klarkommen müssen“ - wobei das englische „you“ offen lässt, ob sie ihre Worte an die Menschenmenge in Greenville, den Präsidenten oder alle Amerikaner richtet.

Trump, der ja selbst In einem Tweet die Demokratinnen dazu aufgefordert hatte, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen, log laut CNN anschließend. Der US-Präsident will mit den rassistischen Angriffen nichts mehr zu tun haben. „Ich habe mich darüber ein bisschen schlecht gefühlt”, sagte Trump Donnerstagabend. „Ich bin nicht dieser Meinung. Aber ich habe das auch nicht gesagt.”

Auf die Frage, warum er die Sprechchöre seiner Anhänger nicht gestoppt habe, entgegnete Trump, er habe genau das getan, indem er „sehr schnell” seine Rede fortgesetzt habe. Tatsächlich hatte Trump kurz pausiert und war einen Schritt von seinem Rednerpult weggetreten, während die Menge „Schickt sie zurück!” rief.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die als rassistisch kritisierten Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Demokratinnen scharf verurteilt. „Ich distanziere mich davon entschieden und fühle mich solidarisch mit den drei attackierten Frauen“, sagte sie am Freitag bei ihrer traditionellen Sommerpressekonferenz in Berlin.  

Donald Trump legt gegen Politikerinnen nach

Die vier von US-Präsident Donald Trump attackierten demokratischen Abgeordneten haben am Montag zum Gegenschlag ausgeholt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz warfen Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley dem US-Präsidenten offenen Rassismus vor. Pressley sprach von „ausländerfeindlichen und fanatischen“ Äußerungen und betonte: „Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen.“ Sie warf Trump zudem ein „Ablenkungsmanöver“ vor, um von den wahren Problemen in den USA abzulenken. Omar sagte, Trump habe eine „eklatante rassistische Attacke“ gegen die vier dunkelhäutigen Abgeordneten gefahren. „Das ist die Agenda der weißen Nationalisten.“ Der US-Präsident hatte die vier demokratischen Abgeordneten, von denen drei in den USA geboren wurden, in einer Reihe von Tweets und Äußerungen vor der Presse angegriffen. Er warf ihnen vor, die USA zu „hassen“, und forderte sie auf, in die Herkunftsländer ihrer Familien „zurückzugehen. “Wenn ihr hier nicht glücklich seid, könnt ihr gehen!„ setzte er am Montagabend seine Attacken auf Twitter fort. Die Äußerungen wurden von zahlreichen Demokraten, aber auch von Politikern von Trumps Republikanern verurteilt. Der Präsident will offenbar mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2020 seine weiße Wählerschaft mobilisieren - und einen Keil zwischen die oppositionellen Demokraten treiben. Ocasio-Cortez, Omar, Tlaib und Pressley gehören dem linken Parteiflügel an.

Angriff auf Demokratinnen: Trump provoziert mit rassistischen Tweets

Unglaublich: US-Präsident Donald Trump hat mehrere Demokratinnen im Kongress aufgerufen, die USA zu verlassen und in ihre vermeintliche Heimat zurückzukehren. Trump schrieb am Sonntag auf Twitter, es sei interessant zu beobachten, wie „progressive“ Demokratinnen, die ursprünglich aus Ländern mit katastrophalen, korrupten und unfähigen Regierungen kämen, den USA erklärten, wie die Regierung in den Vereinigten Staaten zu funktioniere habe. „Warum gehen sie nicht zurück und helfen dabei, die total kaputten und von Kriminalität befallenen Orte in Ordnung zu bringen, aus denen sie gekommen sind.“

Der US-Präsident spottete, diese Orte bräuchten den Rat dieser Frauen dringend, sie könnten gar nicht schnell genug aufbrechen. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses – die Frontfrau der Demokraten, Nancy Pelosi – sei sicher gern bereit, die Reisepläne zu unterstützen, schob Trump hinterher.

Er nannte keine Namen, spielte aber unmissverständlich auf eine kleine Gruppe junger und aufstrebender demokratischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus an, die sich derzeit Machtkämpfe mit Pelosi liefern. Dazu gehören Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ayanna Pressley und Ilhan Omar. Sie kommen zum Teil aus Einwandererfamilien, sind bis auf Omar, die in Somalia auf die Welt kam, aber in den USA geboren.

Trumps verbale Attacke fiel auf den Tag, für den der Präsident großangelegte Razzien gegen Menschen ohne Aufenthaltspapiere in den USA angekündigt hatte.

Tlaib entgegnete Trump – ebenfalls per Tweet – dieser sei gesetzlos und in seinem Amt ein kompletter Misserfolg. „Er ist die Krise. Seine gefährliche Ideologie ist die Krise“, schrieb sie. Trump müsse des Amtes enthoben werden. Auch Pelosi reagierte empört und nannte Trumps Äußerungen fremdenfeindlich. Sie schrieb auf Twitter, der Präsident zeige damit, dass sein Ziel schon immer gewesen sei, „Amerika wieder weiß zu machen“.

Donald Trump selbstkritisch: Finger sind nicht so gut wie das Hirn

Donald Trump hat wieder einmal klargestellt, wer oder was in dieser, seiner Welt wirklich wichtig ist. Das sind nicht der Iran-Konflikt, Atomstreit mit Nordkorea, Handelszwist mit China, Clinch mit den Briten, Dauer-Gerangel mit den Demokraten. Nein, das sind Twitter und Donald Trump.

Trump lud diverse seiner Unterstützer aus den sozialen Medien zu einem „Gipfel“ ins Weiße Haus ein, um sich – quasi unter Leidensgenossen – über die angebliche Zensur konservativer Stimmen bei Twitter und Co. zu beklagen.

Trump wetterte gegen das „korrupte Establishment“, lügnerische Medien und beschuldigte Internetkonzerne wie Twitter und Facebook, konservative Meinungen zu unterdrücken. „Unsere Stimme ist lauter als jede andere, aber wir werden nicht fair behandelt“, sagte er und warf Twitter indirekt auch vor, die Zahl seiner Follower und der Likes für seine Tweets zu drücken.

Er kündigte an, in den kommenden Wochen Vertreter der Internetkonzerne ins Weiße Haus zu zitieren, um mit ihnen über das Thema zu reden. Sie waren zum „Social-Media-Gipfel“ nicht eingeladen.

Der Präsident, der so eifrig über Zensur und eine Beschränkung der Redefreiheit schimpft, hat übrigens selbst kritische Follower bei Twitter blockiert – bis Gerichte das für unzulässig erklärten.

Trump nutzt Twitter wie kein US-Präsident vor ihm, um dort politische Entscheidungen zu verkünden oder – bisweilen derbe –gegen Kritiker und Andersdenkende zu wüten. Er hat fast 62 Millionen Follower. Das Gute an sozialen Medien sei, dass er dort direkt mit den Bürgern kommunizieren könne, ohne auf Medien angewiesen zu sein, die „fake news“ produzieren, sagte Trump im Weißen Haus. Wenn er eine Pressemitteilung veröffentliche, interessiere das niemanden. Aber: „Wenn ich es in den sozialen Medien poste, ist es wie eine Explosion.“ Twitter sei „wie eine Schreibmaschine“: Was er dort verkünde, lande quasi direkt in den Laufbändern der Fernsehsender, erzählte der US-Präsident stolz.

Er beklagte sich, dass die Medien oft auf Rechtschreibfehlern in seinen Tweets herumritten. Dabei sei er eigentlich gut in Rechtschreibung. „Aber die Finger sind nicht so gut wie das Hirn.“

Trump nutzte die Veranstaltung „unter Freunden“, wie er selbst sagte, aber auch, um anderweitig Einblick in sein Seelenleben zu geben. Er plauderte über seine Vergangenheit bei der TV-Show „The Apprentice“, über die täglichen Wind-und-Wetter-Herausforderungen für seine Frisur – und lobte die Kreativität seiner Social-Media-Gefolgschaft („Der Mist, den ihr euch ausdenkt, ist unglaublich.“)

Volkszählung: Donald Trump gibt im Streit um Nationalität nach

Nach wochenlangem Streit verzichtet US-Präsident Donald Trump auf eine Frage nach der Staatsbürgerschaft bei der nächsten Volkszählung. „Wir werden eine andere Option wählen“, sagte Trump am Donnerstag im Garten des Weißen Hauses. Er wolle nun per Dekret alle bereits bei verschiedenen Ministerien und Behörden vorhandenen Daten zu dem Thema zusammenführen.

Es sei sehr wichtig, ein klares Bild davon zu bekommen, aus wievielen Menschen mit und ohne US-Staatsbürgerschaft die Bevölkerung zusammengesetzt sei, sagte Trump. „Wir werden bei unseren Bemühungen nicht nachgeben.“

Vor rund zwei Wochen hatte der Oberste Gerichtshof das Ansinnen des Präsidenten zurückgewiesen, beim Zensus 2020 eine Frage nach der Staatsbürgerschaft aufzunehmen. Die Richter bezeichneten die Argumentation der Regierung für die Zulassung der Frage, die in den 1950er-Jahren aus dem Zensus-Fragenkatalog gestrichen worden war, als „künstlich“.

Trump reagierte erbost – und brachte gar eine Verschiebung der Volkszählung ins Gespräch. Die alle zehn Jahre stattfindende Volkszählung ist grundlegend für die Zuteilung von Bundesmitteln in Höhe von 675 Milliarden Dollar (knapp 598 Milliarden Euro) sowie für den Zuschnitt von Wahlbezirken.

Kritiker fürchteten, dass die Frage nach der Staatsbürgerschaft Millionen von Einwanderern dazu bringen könnte, unwahr oder gar nicht auf die Fragen zu antworten - insbesondere, aber nicht nur, wenn sie keine gültigen Papiere haben. Befürchtet wurde zudem, dass die Daten zu einer systematischen Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund führen könnten.

Melania Trump sorgt mit durchsichtigem Outfit für Eklat bei Unabhängigkeitsfeier

Ausgerechnet am Tag der Unabhängigkeitsfeier sorgte Melania Trump für einen riesigen Outfit-Eklat. 

Panzer in Washington, Kampfjets fliegen über die National Mall: US-Präsident Trump macht aus dem traditionell unpolitischen Unabhängigkeitstag eine Militärschau. Und seine Melania tritt für viele viel zu sexy auf.

Der Unabhängigkeitstag ist für viele US-Amerikaner das Großereignis des Jahres. Und eigentlich unpolitisch. Trump aber hat den Tag für eine umstrittene militärische Machtdemonstration genutzt. Und die Nation zur Einheit aufgerufen.

Er trat am Donnerstagabend (Ortszeit) auf einer von zwei Panzern flankierten Bühne am Lincoln Memorial in der US-Hauptstadt auf. „Mit dieser sehr besonderen Ehrenbezeugung für Amerika kommen wir heute als eine Nation zusammen“, sagte er. „Wir feiern unsere Geschichte, unser Volk und die Helden, die stolz unsere Flagge verteidigen - die tapferen Männer und Frauen des Militärs der Vereinigten Staaten.“

Während Trump für Spott sorgte, weil er sich bei den historischen Fakten mehrere Patzer lieferte (weiter unten lesen), sorgte Melania Trump mit ihrem Outfit für einen Eklat. Denn sie hatte offenbar gar nichts unter ihrem Kleid.

Viele Twitter-Nutzer jedenfalls waren entsetzt über die Kleiderwahl, es sei sowohl vorne als auch hinten zu viel zu sehen. „Vielleicht hat das Budget nicht für einen BH gereicht“, schreibt eine Nutzerin. „Ich bin nicht prüde und war es noch nie. Aber sorry Leute. Keine First Lady sollte in einem durchsichtigen Dress rumlaufen”, meint ein anderer. Wieder andere sprechen von einem „Wet-T-Shirt-Contest” – und nehmen Bezug auf den Regen, der an dem Tag einsetzte und Melania und ihr Kleid durchnässte. 

Donald Trump erklärt: USA hatten bereits 1775 Kontrolle über Flughäfen

Die Geschichte der USA ist glorreich und ihrer Zeit stets weit vorraus – das hat Donald Trump so entschieden. Und so verkündete der US-Präsident in der ebenso pompösen wie umstrittenen Rede zum Nationalfeiertag vor zehntausenden Menschen, US-Unabhängigkeitskämpfer hätten „die Kontrolle über Flughäfen übernommen“. Wohlgemerkt im Juni 1775, als es weltweit weder Flugzeuge noch Flughäfen gab.

An anderer Stelle ordnete Trump die Schlacht um Fort McHenry fälschlicherweise dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu und nicht dem Britisch-Amerikanischen Krieg einige Jahre später. Der US-Präsident hatte die Geschichte der USA und ihre Streitkräfte ins Zentrum der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli gerückt.

Er hielt sich bei seiner einstündigen Ansprache offenbar an einen Text, den er von einem Teleprompter ablas. Sowohl die große Militärshow in der Hauptstadt Washington als auch der Auftritt des US-Präsidenten bei dem Volksfest am zentralen Lincoln Memorial brachen mit der bisherigen Praxis politischer Zurückhaltung an jenem Feiertag. Politiker der oppositionellen Demokraten warfen Trump vor, sich 16 Monate vor der Präsidentschaftswahl auf Kosten der Steuerzahler in Szene setzen zu wollen.

Um sich Vorteile zu verschaffen: Donald Trump würde auf Schmutz-Informationen aus dem Ausland zurückzugreifen

Es ist eine Aussage mit enormer Sprengkraft: US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC, das am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlicht wurde, zugegeben, dass er im Wahlkampf durchaus von ausländischen Stellen Informationen annehmen würde, die seinem Gegner schaden würden. „Ich glaube, ich würde das annehmen“, sagte Trump auf eine entsprechende Frage. „Das ist keine Einmischung.“ Es gehe einfach um Informationen.

Das Interview ist im Oval Office aufgenommen. Die Passage zu diesem Thema dauert keine zwei Minuten, aber sie hat durchaus politische Sprengkraft.

Auf die Frage, ob sein Wahlkampfteam derlei Hinweise – zum Beispiel von Russland oder China – akzeptieren oder lieber die Bundespolizei FBI einschalten sollte, sagte Trump: „Ich glaube, man sollte vielleicht beides machen.“ Er betonte aber: „Ich denke, das sollte man sich anhören. Es ist nichts falsch daran, sich das anzuhören.“

Trump sagte, dies seien schlicht Nachforschungen über den politischen Gegner – und solche Nachforschungen seien durchaus üblich, auch unter Mitgliedern des Kongresses. „Sie machen das alle“, behauptete er.

Nur falls er das Gefühl hätte, dass etwas faul sei, würde er das FBI einschalten, sagte Trump. Zugleich betonte der US-Präsident: „In meinem ganzen Leben habe ich noch nie das FBI angerufen.“ Das FBI habe auch gar nicht genug Leute, um sich um solche Dinge zu kümmern.

Auf den Einwand des Interviewers, dass es nach Ansicht der FBI-Leitung keineswegs zulässig sei, kompromittierende Informationen ausländischer Stellen über politische Konkurrenten anzunehmen, erwiderte Trump: „Der FBI-Chef liegt da falsch.“

Trumps Äußerungen kommen nur wenige Tage, bevor er seine Wahlkampagne für die nächste Präsidentschaftswahl 2020 einläuten will. Sie kommen nur wenige Wochen nach der Abschluss der Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller. Und überhaupt ist es durchaus beachtlich, dass der Präsident der Vereinigten Staaten im Plauderton darüber spricht, dass er für seine Wiederwahl-Kampagne bei Bedarf auf Schmutz-Informationen aus dem Ausland zurückzugreifen würde, um sich gegenüber einem politischen Rivalen einen Vorteil zu verschaffen.

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(dpa/afp)

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