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Trump verunglimpft möglichen Herausforderer Biden als "Dummkopf"

SZ.de-Logo SZ.de 12.06.2019 SZ.de/dpa/ap/jsa
US-Präsident Donald Trump spottet beim © dpa US-Präsident Donald Trump spottet beim

• Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Biden und Amtsinhaber Trump nutzen Auftritte in Washington und im Staat Iowa für gegenseitige Verbalattacken.

• Trump beleidigte seinen potenziellen Herausforderer als "Verlierer" und "Dummkopf".

• Biden wiederum bezeichnete den Präsidenten als eine "existenzielle Bedrohung" für Amerika.

US-Präsident Donald Trump hat seinen potenziellen Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl 2020, den Demokraten Joe Biden, als "Verlierer" und "Dummkopf" beleidigt. Biden wiederum bezeichnete den Präsidenten am Dienstag bei einem Auftritt im US-Bundesstaat Iowa als eine "existenzielle Bedrohung" für Amerika.

Der frühere Vizepräsident Biden ist einer von mehr als 20 Demokraten, die als Präsidentschaftskandidaten gegen Trump antreten wollen. In den bisherigen Umfragen führt der 76-Jährige das demokratische Bewerberfeld an. Die parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die eigentliche Präsidentschaftswahl im November 2020 festlegen, beginnen erst im Februar 2020 - in Iowa.

Trump konzentrierte seinen Spott am Dienstag auf Biden und ließ andere mögliche Kandidaten außen vor: Ihm sei es am liebsten, wenn er 2020 gegen Biden Wahlkampf machen würde. "Ich glaube, er ist geistig der Schwächste", sagte Trump. Die anderen Bewerber hätten "viel mehr Energie" als der "verpennte Joe". Sollte dieser Präsident werden, würden die USA von anderen Ländern "herumgeschubst" und respektlos behandelt werden, ergänzte der US-Präsident, nachdem er selbst in Iowa aufgetreten war. Der Bundesstaat ist nicht nur bei den Vorwahlen, sondern auch bei der Präsidentschaftswahl wichtig: 2008 und 2012 wählte Iowa mehrheitlich den Demokraten Barack Obama, 2016 Trump.

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"Ich vermute, er ist echt fasziniert von mir", konterte Biden. Er imitierte bei seinem Auftritt in Davenport den US-Präsidenten: "'Ich habe absolute Macht.' - Nein, die haben Sie nicht, Donald Trump. 'Nur ich kann das reparieren.' - Reparieren Sie sich erstmal selbst, Donald Trump." Zudem rief er die Wähler auf, Trumps Versuchen Einhalt zu gebieten, seine Befugnisse über traditionelle Amtsbeschränkungen hinaus auszudehnen. Trump "reißt die Barrieren nieder, die seine Macht beschränken", beklagte Biden. Zudem griff er den Präsidenten auf dem Feld der Wirtschafts- und Handelspolitik an, das Trump in Zeiten geringer Arbeitslosigkeit in den USA als seine Stärke ansieht. Bauern in Iowa seien Leidtragende der Sonderzölle, die Trump gegen China verhänge, sagte Biden.

Anders als viele andere Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur gehört Biden zum demokratischen Establishment und hat hohe Bekanntheits- und Beliebtheitswerte. Mehrfach hat er schon versucht, Präsidentschaftskandidat zu werden, hat den Bundesstaat Delaware im Senat vertreten und war acht Jahre Vizepräsident von Obama. Er wirbt für sich mit dem Argument, er sei als älterer weißer Mann, aufgewachsen im Arbeitermilieu, der beste Kandidat, um die 2016 zu Trump abgewanderten älteren weißen Arbeiter im Rostgürtel und Mittelwesten wieder für die Demokraten zu gewinnen. In seiner vier Jahrzehnte andauernden Karriere als Politiker hat Biden allerdings manche Positionen vertreten, die in der nach links gerückten demokratischen Partei heute nicht mehr allzu beliebt sind. Viele Parteianhänger sehnen sich nach einer klaren linksliberalen Linie, nicht nach Versöhnung und einer vagen Politik der Mitte.

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