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US-Präsident: Donald Trump feuert Sicherheitsberater John Bolton – Auch der Abgang endet im Streit

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 11.09.2019 ,
Der Mann mit dem markanten Schnauzbart war seit März 2008 Trumps Berater. © AP Der Mann mit dem markanten Schnauzbart war seit März 2008 Trumps Berater.

John Bolton galt als außenpolitischer Hardliner in der US-Regierung. Doch es hatte immer wieder Zwist mit Trump gegeben. Auch die Amtszeit endet nun im Disput.

US-Präsident Donald Trump hat überraschend seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton entlassen. Trump schrieb auf Twitter, er habe Bolton am Montagabend zum Rücktritt aufgefordert. Dieser habe am Dienstagmorgen seinen Rückzug erklärt.

Trump begründete den Schritt mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten. „Ich war mit vielen seiner Vorschläge nicht einverstanden, wie auch andere in der Administration, und deshalb habe ich ihn gebeten zurückzutreten.“ In der kommenden Woche werde er einen Nachfolger benennen.

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Trump ernannte bis dahin Charles Kupperman zum kommissarischen Nationalen Sicherheitsberater. Das bestätigte ein Regierungssprecher. Seit Anfang des Jahres war Kupperman Boltons Stellvertreter im Weißen Haus.

Trumps Ankündigung, Bolton entlassen zu haben, kam kurz vor einem geplanten Presseauftritt Boltons mit Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin, den das Weiße Haus erst am Dienstagmorgen für die Mittagszeit angekündigt hatte. Pompeo und Mnuchin traten schließlich allein vor die Presse.

Bolton meldete sich auf Twitter selbst zu Wort und widersprach Trumps Darstellung offen. „Ich habe gestern Abend meinen Rücktritt angeboten, und Präsident Trump sagte: ‚Lass uns morgen darüber sprechen.‘“

Bolton war seit April 2018 Nationaler Sicherheitsberater Trumps. Er folgte auf General Herbert Raymond McMaster. Bolton war schon vor seinem Antritt als außenpolitischer Hardliner bekannt, der hartnäckig für einen amerikanischen Nationalismus eintritt. Er war einer der glühendsten Verfechter des US-Einmarschs in den Irak.

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der sich zuletzt immer weiter zugespitzt hatte, galt Bolton als Befürworter eines Regimewechsels in der Islamischen Republik. US-Medienberichten zufolge waren Bolton Trumps Annäherungsversuche an Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ein Dorn im Auge.

Zudem gab es wohl Differenzen beim Thema Afghanistan. US-Medien hatten berichtet, Bolton sei gegen ein von Trump für vergangenen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern in Camp David gewesen, dem Landsitz des US-Präsidenten.

Trump hatte das Treffen am Samstagabend abgesagt. Als Grund hatte er einen Taliban-Anschlag am vergangenen Donnerstag in Kabul angeführt, bei dem zwölf Menschen getötet worden waren, darunter ein US-Soldat. Die USA verhandeln seit Monaten mit den Taliban über ein Abkommen, das den Weg zu einem Abzug der US-Truppen und zu Frieden in dem Land bereiten soll.

In den vergangenen Monaten war Trump mehrfach mit Nachfragen konfrontiert gewesen, ob er mit Boltons Arbeit zufrieden sei. Er hatte Bolton bis dato stets verteidigt und etwa gesagt, er wisse um dessen Rolle als Hardliner, habe aber auch andere Berater, die einen weniger harten Kurs verfolgten.

Seit Trumps Amtsantritt hat es im Apparat der US-Regierung ungewöhnlich viele Rauswürfe, Personalwechsel und Rücktritte gegeben.

Mehr: Ex-Pentagon-Chef Jim Mattis bricht nach Monaten sein Schweigen – und geht mit der Trump-Regierung hart ins Gericht. Er kritisiert vor allem den Umgang der USA mit Verbündeten scharf.

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