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Vor Nato-Gipfel: Trump geht hart mit Macron ins Gericht

Handelsblatt-Logo Handelsblatt vor 5 Tagen , , Reuters
Die Androhung neuer US-Strafzölle auf französische Produkte wegen der Einführung einer umstrittenen Digitalsteuer sorgt für Spannungen zwischen Frankreich und den USA. © AFP Die Androhung neuer US-Strafzölle auf französische Produkte wegen der Einführung einer umstrittenen Digitalsteuer sorgt für Spannungen zwischen Frankreich und den USA.

Emmanuel Macron hat mit seiner „Hirntod“-Äußerung über die Nato viel Kritik hervorgerufen. Auch US-Präsident Donald Trump ereifert sich öffentlich.

Zum Auftakt des Nato-Gipfels in London hat US-Präsident Donald Trump den französischen Staatschef Emmanuel Macron scharf kritisiert. Die Allianz zu ihrem 70jährigen Bestehen als hirntot zu bezeichnen, sei „böse“, „beleidigend“, „respektlos“ und „gefährlich“, sagte Trump am Dienstag in der britischen Hauptstadt.

Die Nato diene nach wie vor einer großen Sache und sei viel flexibler geworden. Macrons Äußerung habe ihn sehr überrascht, schließlich brauche Frankreich die Nato wie kein anderer. Die USA dagegen profitierten am wenigsten von dem Bündnis. „Wir helfen Europa“, sagte der US-Präsident. An die Adresse der Bundesregierung gerichtet bekräftigte Trump, Deutschland trage in der Nato keinen fairen Anteil an den Lasten.

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In London begehen die Staats- und Regierungschefs der 29 Nato-Staaten am Dienstag und Mittwoch das 70-jährige Bestehen des westlichen Verteidigungsbündnisses. Angefacht durch die umstrittene Äußerung Macrons über einen „Hirntod“ der Nato, dürfte die Debatte über die Zukunft der Allianz eine wichtige Rolle bei der zweitägigen Begegnung spielen.

Aufgeschreckt durch Macrons Urteil sind vor allem osteuropäische Staaten, die die Nato aus Angst vor Russland als Überlebensgarantie sehen. Gleich im ersten Teil der „London-Erklärung“, die die Nato-Regierungschefs verabschieden wollen, werde deshalb die Bedeutung der Beistandsverpflichtung nach Artikel fünf erwähnt, heißt es in deutschen Regierungskreisen.

Doch auch Verteidigungsausgaben sowie der türkische Einmarsch in Syrien dürften zur Sprache kommen. Am Rande der Begegnung in Watford bei London sind zudem mehrere bilaterale Treffen geplant. Am Nachmittag trifft Trump mit Macron zusammen. Die Androhung neuer US-Strafzölle auf französische Produkte wegen der Einführung einer umstrittenen Digitalsteuer sorgt für zusätzliche Spannungen zwischen Frankreich und den USA.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Trump und Macron treffen. Am Dienstagabend werden die Staats- und Regierungschefs von Königin Elizabeth im Buckingham Palast empfangen.

Mehr: Trotz ihres 70-jährigen Bestehens hat die Nato gerade wenig Grund zu feiern. Das westliche Bündnis steht von mehreren Seiten unter Druck.

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